14.03.2002

RUDOLF HELL

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Der Erfinder des Fax ist tot

Rudolf Hell, einer der bedeutendsten Tüftler des 20. Jahrhunderts, ist tot. Wie erst heute bekannt wurde, ist der Urvater des Faxgeräts und des Scanners bereits am Montag im Alter von 100 Jahren in Kiel gestorben

Hells Erfindungen beschleunigten die weltweite Kommunikation und veränderten den Arbeitsalltag.

Der Wissenschaftler und Erfinder hatte schon in den zwanziger Jahren die Idee, Texte und Bilder in Punkte und Linien zu zerlegen, um sie damit elektronisch übertragbar zu machen.

Lichtelektronische Bildzerlegerröhre

Sein erstes Patent meldete der im bayerischen Eggmühl geborene Hell im Alter von 24 Jahren an: Mit der "lichtelektronischen Bildzerlegerröhre" erschuf der ehrgeizige Doktorand der Ingenieurwissenschaften einen elementaren Baustein für das spätere Fernsehen. 1929 promovierte Hell in München über ein "direktanzeigendes Funkpeilgerät" für die Luftfahrt, erster Schritt zur Entwicklung des Autopiloten.

Vorläufer des Fax

1929 eröffnete er seine erste Firma in Berlin. Im gleichen Jahr vollendete er jenes Meisterstück, das als Vorläufer des heutigen bzw. langsam gestrigen Telefaxgerätes gilt: die "Vorrichtung zur elektronischen Übertragung von Schriftzeichen", die als "Hellschreiber" berühmt wurde.

Mit diesen ersten "Tickern" ließen sich Nachrichten in kurzer Zeit über den gesamten Globus verteilen - ein Meilenstein der Kommunikationstechnik.

"Hellcom-Digiset-Anlage"

In den sechziger Jahren entwickelte er den "Cholographen", ein Urmodell des Farbscanners.

Wenig später zerlegte er mit der "Hellcom-Digiset-Anlage", einer computergesteuerten Lichtsatzanlage, erstmals Zeichen in digitale Elemente.

Damit ließen sich ganze Bücher in weniger als einer halben Stunde setzen.

Faszination für die Technik

Triebfeder des bedeutenden Erfinders des 20. Jahrhunderts war stets die Faszination für die Technik. "Es ging mir um den Fortschritt und die praktische Anwendung", hat er einmal gesagt. Hells Unternehmen, aus dessen Geschäftsleitung er sich als 70-Jähriger zurückzog, wurde in den achtziger Jahren zu einer hundertprozentigen Siemens-Tochter. Inzwischen gehört Hells Werk zur Heidelberger Druckmaschinen AG.