Webdesign im Design-Museum
Die Ausstellung "Web Wizards", die im Londoner Design Museum noch bis zum 21. April zu sehen ist, will "Designers Who Define the Web" präsentieren.
Dazu wirft sie eine Reihe von Fragen auf: Etwa die nach der Präsentierbarkeit von Websites in einem musealen Rahmen.
Oder die nach dem Verhältnis von Kreativität und technologischer Entwicklung, etwa am Beispiel des Software-Programms Flash.
Den Namen Joshua Davis hat man vielleicht schon einmal gehört. Davis ist Web-Designer und Schöpfer der "Praystation", einer experimentellen Multimedia-Arbeit, für die er im Vorjahr den "Prix Ars Electronica" erhalten hat. Aber was sagen Ihnen die Namen Yugo Nakamura, James Paterson, Amit Pitaru oder das New Media-Kollektiv Tomato Interactive? Einem breiteren Publikum sind diese Namen nicht geläufig. Innerhalb der Web-Community ist das anders. Diese Web-Designer werden wie Popstars gefeiert und ihren neuen Websites oder Flash-Animationen fiebert man entgegen wie dem nächsten Album einer Pop-Band.
Yugo NakamuraLangsame Plattform
"Verglichen mit der rasanten Entwicklung der Konsolen für Computerspiele sind die Fortschritte beim Web eher bescheiden", so der englische Web-Designer Danny Brown.
Im Rahmen der Ausstellung "Web Wizards" nimmt der 25-jährige eine Sonderstellung ein. Seine Vorliebe für Sujets aus der Natur steht in einem doch deutlichen Gegensatz zum High-Tech-Look der meisten anderen, im "Design Museum" gezeigten Arbeiten.
Einer größeren Web-Öffentlichkeit bekannt wurde Danny Brown erstmals 1997 mit einer Website namens "Noodlebox". Dabei handelte es sich um grafische Spielereien und Bildmeditationen, die er gleichsam in virtuelle Pappkartons verpackte.
Daniel Brown "Noodlebox"Ein Blatt Papier im Netz
"Bei vielen Menschen hat sich die Vorstellung festgesetzt hat, dass es sich bei Websites tatsächlich um Seiten, vergleichbar mit bedrucktem Papier, handelt. Ich versuche mit meinen Arbeiten von dieser Vorstellung wegzukommen und Webseiten mehr wie dreidimensionale Welten, Computerspiele oder Fernsehen wirken zu lassen," sagt Brown.
Doch mit den derzeit verfügbaren Internet-Technologien sei dieser Anspruch alles andere als leicht zu realisieren.
