Premiere startet Online-Videothek
Der defizitäre Kirch-Bezahlsender Premiere will zusammen mit dem Telekommunikationsunternehmen Arcor Filme künftig auch über das Internet anbieten und gibt damit erstmals sein Endkundengeschäft aus der Hand.
Das Pilotprojekt starte spätestens im Sommer und sei zunächst auf sechs Monate begrenzt, sagte eine Premiere-Sprecherin und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des "Handelsblattes".
So könnten Kunden Premiere-Angebote auch über einen anderen Vertriebsweg kennen lernen. "Wir wollen alle Wege zum Kunden nutzen, die sich uns bieten", erklärte der neue Premiere-Chef Georg Kofler.
Bisher weit hinter den Erwartungen
Premiere ist mit bisher rund 2,5 Millionen Abonnenten weit hinter
den Erwartungen zurückgeblieben und hat in großem Umfang zum
derzeitigen Schuldenstand der Kirch-Gruppe von 6,5 Milliarden Euro
beigetragen. Jeden Tag laufen bei Premiere Verluste von zwei
Millionen Euro auf.
Premiere
ArcorErfahrungen sammeln
Ob die Abgabe des Endkundengeschäfts auch auf den bisherigen Premiere-Vertrieb über Kabel und Satellit ausgedehnt werde, sei noch offen. "Das ist eine Probe", sagte die Sprecherin. "Wir müssen erstmal sehen, wie es läuft."
Durch die Kooperation mit Arcor könne Premiere aber auch Markterfahrungen im Bereich Video on -demand über Breitbandanschlüsse sammeln.
Die inhaltlichen, technischen und juristischen Erkenntnisse könnten dann für den Aufbau weiterer Unterhaltungs- und Informationsangebote über das schnelle Internet genutzt werden.
"Qualität besser als bei VHS-Band"
Das zur britischen Vodafone gehörende Unternehmen Arcor bietet
auf seiner Website seit Dezember 100 Kinofilme zum
gebührenpflichtigen Download um 3,50 Euro an.
100 Kinofilme zum DownloadVerschlüsselung verhindert Raubkopien
Auf der Arcor-Website sollen Premiere zufolge vor allem Kinofilme, die der Kunde pro Stück bezahlen muss, angeboten werden. Die dafür notwendige Registrierung auf der Website von Arcor sei kostenlos.
Die Preise für die einzelnen Filme lägen auf dem Niveau der Angebote in Videotheken.
Die Premiere-Filme könnten nach der Bestellung 24 Stunden lang beliebig oft angeschaut werden, hieß es weiter. Voraussetzung für den Empfang der Filme sei ein schneller Internet-Anschluss und der Windows MediaPlayer.
Moderne Verschlüsselungstechnologien sollten Raubkopien verhindern.
