05.03.2002

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Bildquelle: orf on

PC-Industrie als "Piraterie-Gewinner"

Vor einem Ausschuss des US-Senates spitzt sich ein Streit zwischen der Musik- und Filmindustrie einerseits und der Hardeware-Industrie andererseits zu. Dabei geht es um die Frage, wie wirkungsvoll gegen Content-Piraterie vorgegangen werden kann.

Walt Disneys CEO Michael Eisner hat in seinen Ausführungen die Computerhersteller in einem ungewöhnlich offenen und rüden Tonfall als Profiteure von illegalen Film- und Musikkopien dargestellt.

Bisher wird die Debatte - etwa anlässlich eventueller Urheberabgaben auf Festplatten - von allen Beteiligten lieber diskret hinter verschlossenen Türen geführt.

Eisner warf der Computerindustrie vor, ihre Geschäfte auf Kosten der Inhalteanbieter zu machen, und unterstellte dabei sogar eine explizite - wenn natürlich auch geheim gehaltene - "Piraterie-Doktrin", auf die sich die Computerbranche angeblich geeinigt hat, um ihre Produkte besser absetzen zu können.

Verpflichtender Kopierschutz

In den Anhörungen geht es um einen Gesetzesvorschlag für einen verpflichtenden integrierten Kopierschutz in allen Geräten.

Nach dem Vorschlag müssen alle "interaktiven" digitalen Geräte, die in Zukunft in den USA verkauft werden, mit Technologien gegen das unerlaubte Kopieren ausgestattet sein. Auch das Entfernen des Kopierschutzes soll unter Strafe gestellt werden.

Zusammen mit Eisner stritt Peter Chernin, CEO der News Corporation, denen der Intel-Vizepräsident Leslie Vadasz als Vertreter der Hardware-Industrie vor dem Ausschuss gegenüberstand.

Laut Chernin werden täglich allein über eine Millionen Filme aus dem Netz geladen. Im Rahmen einer anderen Veranstaltung hat Chernin gestern auch eine neue Kampagne gegen File-Sharing-Tools gefordert.

Umdenken gefordert

Ein Umdenken von Telekoms und der Hardwareindustrie forderte unlängst auch der Branchenverband der Musikindustrie in Österreich [ifpi] ein, da diese Musik als Verkaufsargument für ihre Produkte benutzen, sich aber gleichzeitig nicht genug um den Urheberschutz bemühen würden.