Non-Standard für komplette Websites
Macromedia hat eine neue Flash-Version angekündigt, welche die Software durch erweiterte Funktionen und fertige Komponenten etwa für die Navigation zum Tool für die Erstellung kompletter Sites machen soll.
"Flash MX ist das wichtigste Update, das wir jemals hatten", sagte der zuständige Macromedia-Produktmanager Eric Wittman bei der Präsentation in München.
Das Vorhaben, aus dem ehemaligen Tool für Grafik-Sequenzen ein umfassendes Werkzeug zum erstellen von Webseiten zu machen, ist allerdings nicht unproblematisch und dürfte zukünftig auch einigen Unmut auslösen.
"Flash MX" soll am 15. März zunächst in einer US-Version vorgestellt werden, zehn weitere Sprachversionen [darunter Deutsch] sollen "kurze Zeit später" folgen. Das jetzt eingeführte Flash-MX-Paket kostet 509 Euro, das Update von einer Vorgängerversion 239 Euro. Nach Flash MX soll zur Jahresmitte passende Server-Software erscheinen. Diese unterstützt unter anderem Instant Messaging, Video- und Audio-Streaming sowie die Synchronisierung von Daten.
"Flash MX"Mit Flash zum wertvollen Inhalt
Flash ist zwar kein offizieller Internet-Standard, spielt aber seit geraumer Zeit die Rolle eines De-facto-Standards. Laut Macromedia haben 97 Prozent aller Surfer Flash installiert.
"Flash MX" und der zugehörige Player sind allerdings nur zwei Bausteine eines umfassenden Konzepts, das Macromedia mit dem Schlagwort vom "Rich Web Content" [hochwertige Webinhalte] beschreibt.
"Künftig wird die Mehrheit der Flash-Nutzer nicht nur nette Filmchen, sondern auch umfangreiche Internet-Anwendungen entwickeln", erwartet Wittman. Schon jetzt gebe es Unternehmen, die wie General Motors ihren gesamten Webauftritt "geflasht" hätten.
Macromedia verspricht für "MX" unter anderem einen "stark erweiterter Video-Support", etwa durch den Import von Videodateien in allen von QuickTime und dem Windows Media Player unterstützten Standardformaten wie MPEG, DEJA VU [Digital Video], MOV [QuickTime] und AVI. Die Videoobjekte lassen sich laut Macromedia "nach Belieben manipulieren, skalieren, drehen, neigen, maskieren und animieren sowie mit Hilfe von Skripts interaktiv gestalten".
Flash-Sites verwirren UserUmfassende Entwicklungsplattform
Schon mit "Flash 5.0" konnte für Anwendungen wie das Online-Shopping die spezielle Flash-Programmiersprache ActionScript eingesetzt werden, die sich an JavaScript anlehnt.
In "Flash MX" soll das zu einer umfassenden Entwicklungsplattform ausgebaut werden, die unter anderem einen Katalog von gängigen Elementen für die grafische Benutzeroberfläche enthält, also zum Beispiel Fenster, Schaltknöpfe und Scroll-Leisten.
Darüber hinaus wurde die XML-Unterstützung ausgebaut, schließlich gibt es "Brücken" sowohl zu Microsofts .NET als auch zu J2EE [Java].
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