Teure Option für France Telecom
Die France Telecom soll nach den Worten von MobilCom-Chef Gerhard Schmid bei einem möglichen Verkauf ihrer Anteile an dem Büdelsdorfer Mobilfunkunternehmen nicht von ihren Zahlungsverpflichtungen entbunden werden.
Ein Rückzug würde den zweitgrößten Aktionär und UMTS-Partner mindestens 10,9 Mrd. Euro kosten, sagte Schmid der französischen Zeitung "Liberation".
"Die France Telecom kann zwar theoretisch ihre Anteile verkaufen. Aber dies wird sie nicht von ihren Verpflichtungen entbinden, die mit der UMTS-Einführung zusammenhängen", sagte Schmid im Interview mit der Tageszeitung. Die Kosten für einen Ausstieg bezifferte Schmid auf mindestens 10,9 Mrd. Euro. Die Summe setze sich zusammen aus Investitionen der France Telecom in MobilCom von 4,2 Mrd. Euro, einem im August fälligen Darlehen von 4,7 Mrd. Euro und einem zwei-Milliarden-Kredit der Zulieferer Nokia und Ericsson.
Französische Regierung übt Druck aus
Die mehrheitlich an der France Telecom beteiligte französische
Regierung übt angeblich Druck auf das Telekommunikationsunternehmen
aus, um einen Ausstieg bei MobilCom zu erreichen.
France Telecom"France Telecom war informiert"
MobilCom und France Telecom streiten über die Kosten für den Aufbau des UMTS-Mobilfunks in Deutschland. Während MobilCom bis Ende 2003 rund 1,4 Mrd. Euro dafür ausgeben will, verlangt die mit 28,5 Prozent an dem Büdelsdorfer Konzern beteiligte France Telecom, die Ausgaben zu strecken, damit ihre Verschuldung nicht weiter anwächst.
Die France Telecom sei die ganze Zeit über die UMTS-Investitionskosten informiert gewesen, sagte Schmid der Zeitung weiter. Dabei handle es sich nicht - wie die Franzosen jüngst behauptet hätten - um ein paar Millionen Euro. Im Business-Plan seien 15 Mrd. Euro veranschlagt - inklusive der Lizenz. "Die France Telecom hat sich schriftlich dazu verpflichtet, alles mit uns zu finanzieren. Dieser Vertrag ist in den Händen unserer Banken und unserer Zulieferer. Wir möchten ihn veröffentlichen, aber die France Telecom ist dagegen", sagte Schmid.
"Keine Bank hätte uns Geld geliehen, wenn wir nicht einen soliden Business-Plan über mehrere Jahre mit der Garantie der France Telecom vorgelegt hätten", fügte er hinzu.
