Auch max.mobil und One liefern Rufdaten
Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, werden nun auch die Handynetzbetreiber max.mobil und Connect [One] Rufdaten an das Klagenfurter Gericht liefern. Der Fall der Kärntner Rufdatenerfassung sorgte vor einem Monat für Aufregung, nachdem bekannt wurde, dass die mobilkom 14.000 Daten ihrer Kunden an das Gericht übermittelt hatte.
Auch der Provider max.mobil, der sich bislang geweigert hatte, wird nun dem Gerichtsbeschluß nachkommen. "Ich habe gegen so einen Beschluß kein Rechtsmittel", sagt Klaus Steinmaurer, der Leiter der max-Rechtsabteilung. "Etwa ein Drittel der Daten wurden bereits übermittelt." Allein bei max.mobil sind 90.000 Handybesitzer betroffen.
One prüft noch
Connect [One] versucht einstweilen noch eine Einschränkung der
verlangten Datensätze zu erreichen. Unternehmenssprecher Michael
Sprinzl: "Wir haben noch nicht geliefert. Da wird über das Ziel
geschossen und das verletzt die Interessen unserer Kunden."
Datenschwund in Handy-AffäreErleichterter Zugriff für Polizei
Die Überwachung des Fernmeldeverkehrs ist in der Strafprozessordnung geregelt. Justizminister Dieter Böhmdorfer will das Strafrecht bezüglich der Rufdatenrückerfassung novellieren. So soll in Zukunft ein einzelner Untersuchungsrichter - bislang war ein Dreiersenat zuständig - und ein einfacher Tatverdacht genügen, um eine Rufdatenerfassung zu verfügen. Das Gesetz soll "der Praxis" angepasst werden.
Kritiker befürchten, dass damit die Kärntner Rufdatenerfassung gemeint sein könnte. Erstmals wurde in diesem Fall verfügt, dass Rufdaten von all jenen, die sich auch rein zufällig 24 Stunden rund um den Tatzeitpunkt in der Nähe des Tatortes aufgehalten haben, von den Handynetzbetreibern an das Gericht übermittelt werden müssen.
Die Provider sind gegen eine Aufweichung der bisherigen Bestimmungen. mobilkom-Sprecherin Elisabeth Mattes: "Wir werden uns da noch einschalten. Denn wir wollen nicht, dass auf unsere Kunden lockerer zugegriffen werden kann." Auch Michael Sprinztl von Connect, sieht für eine Lockerung keinen Anlaß. Der Leiter der Rechtsabteilung bei max.mobil Klaus Steinmaurer meinte gegenüber "profil": "Man soll nicht eine Novelle machen, damit das was jetzt kritisch beäugt wird, legalisiert wird."
