Bankomatkarte signiert digital
Die Wirtschaftskammer Österreich [WKÖ] nutzt den heute stattfindenden "eDay", um ihre Chipkarte für die digitale Signatur für rechtsverbindliche Geschäfte im Internet zu präsentieren.
Nach Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitls Angaben verzichten 44 Prozent aller österreichischen Internet-User wegen Sicherheitsbedenken auf E-Commerce-Angebote.
Mit der digitalen Signatur hofft man den Jahresumsatz im E-Commerce innerhalb der kommenden zwei Jahre auf 16 Milliarden Euro steigern zu können. Zurzeit werden nur 2,5 Prozent aller Umsätze der österreichischen Wirtschaft im E-Commerce erzielt.
Einfache Abwicklung im Mittelpunkt
Umgesetzt wird die digitale Signatur, die dem digitalen
Signaturgesetz und der EU-Richtlinie entsprechen soll, von A-Trust,
einer gemeinsamen Tochtergesellschaft der österreichischen Banken
und Interessenvertretungen der Wirtschaft. Das Unternehmen soll die
benötigten Chipkarten ausgeben und als Trust-Center fungieren. Dabei
steht vor allem die einfache Abwicklung im Mittelpunkt, so Leitl.
Die WKÖ will in den kommenden zehn Monaten 100.000 österreichische
Unternehmen mit den technischen Grundlagen für den Einsatz der
digitalen Signatur ausstatten.
A-TrustBankomatkarten mit Signaturfunktion
"Die Kunden schreien nach Rechtssicherheit", erklärte Robert Krickl, Aufsichtsratsvorsitzender von A-Trust. Er kündigte erste Anwendungen für die digitiale Signatur im Bankenbereich für das zweite Halbjahr an.
Mittelfristig strebt A-Trust eine Verschmelzung der Bankomatkarte mit der Chipkarte für die digitale Signatur an. 2003 sollen bereits die ersten Vorversuche durchgeführt werden. Ab 2004 sollen dann Bankomatkarten mit digitaler Signaturfunktion erhältlich sein.
"Diese Anwendung bietet sich an, die Banken haben 30 Jahre Erfahrung mit Karten", so Krickl. A-Trust befindet sich zurzeit in Verhandlungen, um seine Lösung für die digitale Signatur auch in anderen Mitgliedsstaaten der EU anzubieten.
Neben dem Einsatz in der Wirtschaft sieht Leitl durch die Einführung der digitalen Signatur vor allem Einsparungspotenziale in der öffentlichen Verwaltung und den Sozialversicherungen.
Bis 2005 alle Amtswege online erledigen
Die Bundesregierung will sich allerdings nicht auf einen einzigen
Anbieter für digitale Signaturen festlegen, sondern alle
Technologien einbinden. Bis 2005 will die Regierung alle Amtswege
über das Internet anbieten können. Die damit einhergehende
Verwaltungsreform soll bis zu 15.000 Beamte einsparen.
Amtswege OnlineOMV setzt Signatur bereits ein
Nach einem von OMV und dem Amt der niederösterreichischen Landesregierung erfolgreich durchgeführten Pilotprojekt seit vergangenem Herbst wird die digitale Signatur ab sofort für reguläre Behördenkontakte in der Raffinerie Schwechat eingesetzt.
Derzeit wird die digitale Signatur erst für Betriebsanlagengenehmigungen angewendet. Man plane jedoch eine sukzessive Erweiterung des Anwendungsgebiets etwa auf die Steuerabteilung. Diesbezügliche Evaluierungen finden laut OMV bereits mit den betreffenden Behörden wie dem Finanzministerium statt.
Später soll die digitale Signatur auch in der Kommunikation mit Kunden und Lieferanten eingesetzt werden.
