Mobilfunk vor ungewisser Zukunft

im wandel
06.06.2006

Nach Ansicht des Ex-Nokia-Chefs Jorma Ollila steuert die Mobilfunk-Branche durch den Vormarsch des Internets in eine ungewisse Zukunft.

"Die Konvergenz wird zu vielen neuen Anwendungen wie Musik, E-Mail, Spiele in den Handys führen. Das wissen wir. Aber wir wissen noch nicht, wie das Geschäftsmodell später aussehen wird", sagte der nach 14 Jahren abgetretene Ollila in einem Interview mit dem "Handelsblatt" [Dienstag-Ausgabe].

Auf zu neuen Ufern

Nokia müsse sich nun der Herausforderung stellen und seine Geschäftsfelder verbreitern, sagte Ollila.

"Wir können uns nicht mehr ausschließlich auf mobile Kommunikation fixieren." Dabei stehe man jedoch vor der Schwierigkeit, sich nicht zu weit von seinem eigentlichen Kernbereich wegzubewegen.

Vor großen Herausforderungen sieht Ollila angesichts dieser Entwicklung auch klassische Medien wie Fernsehen und Radio.

Nokia selbst startete sein Geschäft 1865 urspünglich als Papierhersteller und stieg erst viel später, in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, ins elektronische Kommunikationsgeschäft ein. Das Unternehmen erzeugt unter anderem auch Gummistiefel.

Zukäufe möglich

Ollila, der Nokia zum weltgrößten Handy-Hersteller gemacht hatte, übernahm zum 1. Juni den Vorsitz im Aufsichtsrat.

Sein Nachfolger an der Konzernspitze, Olli-Pekka Kallasvuo, kündigte bereits an, das Unternehmen angesichts der neuen Herausforderungen möglicherweise auch mit Zukäufen und Kooperationen zu stärken.

Mit seiner N-Serie setzt der Handy-Hersteller auf den aktuellen Trend der digitalen Konvergenz.

(dpa)