27.02.2002

UPDATE

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Klage, Kulanz und Hyperlinks

Das in Deutschland längst grassierende Abmahnwesen hat nun auch im österreichischen Teil des Internets Einzug gehalten.

Bei zahlreichen Betreibern von Websites, namentlich Vereinen und kleinen Firmen, gingen dieser Tage Schreiben der oberösterreichischen Firma Meteodata ein.

Der Inhalt war jeweils eine "Rechtsbelehrung" zum Thema Hyperlinks gepaart mit einer Rechnung "für die unerlaubt genützten Leistungen" der Firma Meteodata.

Die beigelegten Rechnungen beliefen sich auf Summen zwischen 1.000 und 10.000 Euro, gestaffelt offenbar nach Dauer der Verlinkung und "Qualität" des Hyperlinks.

Gewöhnliche Links

Eingefordert wurden die genannten Summen nicht nur für so genannte "In-frame-Links", die nach einem OGH Entscheid ohne Einwilligung des Content-Eigentümers nicht statthaft sind.

Auch für gewöhnliche Links in ein neues Fenster, das nicht nur den Meteodata-URL zeigt, sondern auch den Inhalt als zur Meteodata-Hompage gehörig ausweist, wird Geld verlangt.

"Die Zeiten sind vorbei, in denen einfach hin und her gelinkt wurde, wie man will", sagte Rene Hellwig, Marketingchef von Meteodata, zur fuZo. Wer den Content via Link benütze, müsse dafür auch bezahlen, und deshalb habe man den gewöhnlichen Preis verrechnet, wie ihn auch Großkunden bezahlen.

Für nicht angemeldete Links in den Frame der Website würden schließlich Transferkosten fällig, die man nicht selber tragen wolle.

Musterprozess gegen Kulanzlösung

Während Meteodata betont, dass es bereits zu Kulanzlösungen gekommen sei [es seien sogar neue Kunden gewonnen worden], teilt die zuständige Abteilung der Wirtschaftskammer mit, dass man es dabei nicht belassen werde.

Ein derart kulant behandelter Kunde sei bereit, mit Unterstützung der WKO einen Musterprozess zu führen.