Bombendrohung aus Handyfrust
Bei zahlreichen Telering-Mitarbeitern lagen von 3. bis 12. September 2001 die Nerven blank. Ein und derselbe Mann rief gezählte 800 Mal in der Zentrale des Telekom-Unternehmens an und drohte mit Mord und Sprengstoffanschlägen.
"Ich war sauer! Sie haben mir das Handy gesperrt", erklärte der 27-Jährige heute im Wiener Straflandesgericht.
Der Mann leidet an einer Persönlichkeitsstörung und wurde deshalb in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen.
Tagebuch des Grauens
Am 3. September läutete bei Telering um 15.55 Uhr das Telefon. "In den Firmenräumlichkeiten liegt Sprengstoff", verlautbarte der zunächst Unbekannte. Um 16.39 Uhr kündigte er "ein Gepäck mit Plastiksprengstoff" an, um 17.45 Uhr war es dann ein "braunes Paket mit Sprengstoff". So ging das über Tage hinweg. Als der Unruhestifter mit Hilfe der Rufdatenrückerfassung ausgeforscht werden konnte, erklärte er: "Ich wollte mit jemandem reden. Ich habe jemanden gesucht, mit dem ich reden kann."
Paranoid-wahnhafte Schizophrenie
Im Gutachten der Gerichtspsychiatrie wurden ihm eine paranoid-wahnhafte Schizophrenie und aggressiv-sadistische Fantasievorstellungen konstatiert.
Das hörte der Angeklagte gar nicht gern. "Bitte geben Sie mir eine Chance. Ich werde es nie wieder machen. Wenn ich es noch einmal mache, können Sie mir lebenslang geben", sagte er.
Das Gericht schloss sich allerdings dem Gutachten an. Der Mann wurde zur Behandlung in einer geschlossenen Anstalt untergebracht.
