27.02.2002

ENTWICKLER

Bildquelle:

"HTTP hat bald ausgedient"

Während das IPv4 [Internet Protocol, Version 4] langsam durch die Version 6 ersetzt werden soll, um die Zahl der knapp werdenden IP-Adressen zu vergrößern, werden Stimmen laut, nach denen ein anderer Grundstein des Internets, das HTTP [Hypertext Transfer Protocol], auch seine Grenzen erreicht hat.

Don Box, Architekt in Microsofts ".NET Developer Platform Team", hat in seiner Keynote auf der European DevWeek [25. Februar bis 1. März in London] auf die Schwächen des HTTP-Protokolls im Hinblick auf die Entwicklung neuer Web-Services-Technologien hingewiesen.

Asynchron und RPC-Protokoll

Trotz der fast universalen Verbreitung und Stabilität des HTTP weise es Mängel hinsichtlich der Anforderungen von komplexen Web-Services, Peer-to-Peer-Anwendungen und Sicherheit auf, sodass die Abhängigkeit von HTTP trotz der vielen Investitionen und der Technik, die in das Protokoll eingeflossen ist, zukünftig verringert werden müsse, meint Box.

Die Probleme liegen laut Box unter anderem im asynchronen Charakter des Protokolls, das für Peer-to-Peer-Anwendungen einfach nicht richtig geeignet sei, und der Tatsache, dass es sich um ein "Remote Procedure Call" [RPC]-Protokoll handle.

Hürde für Web-Services

HTTP funktioniert laut Box für kleinere Übertragungen wie Webseiten, aber wenn künftige Web-Services ihre zeitraubende Übertragung starten, reiche das Protokoll nicht mehr aus.

"Wenn es drei Minuten für eine Antwort braucht, ist es nicht mehr wirklich HTTP", meint Box. In Bezug auf die lang dauernden Anfragen müsse man eine Lösung finden, die ein schnelleres Ergebnis liefert.

Laut Box wird am Problem der Unzulänglichkeit des HTTP schon beim W3C gearbeitet.

Und auch Microsoft, IBM und andere Unternehmen hätten schon einige Ideen, wie man die Abhängigkeit vom HTTP durchbrechen könne.