21.02.2002

FISCALE

Kameras an Italiens Grenze

Die italienischen Grenzübergänge ins Schweizer Tessin werden in den nächsten Monaten rund um die Uhr mit speziellen Infrarotkameras überwacht.

Damit will die Guardia di Finanza illegalen Geldtransporteuren auf die Schliche kommen. An der italienischen Grenze wurden die Kontrollen generell intensiviert, seit Wirtschaftsminister Giulio Tremonti angekündigt hat, dass nur eine minimale Buße bezahlen muss, wer sein im Ausland deponiertes Schwarzgeld repatriiert.

Geld fließt in die Schweiz

Doch trotz des "Decreto Tremonti" bringen offenbar immer noch viele Italiener ihr Vermögen auf Schweizer Banken. Die italienischen Behörden hegen zudem den Verdacht, dass das Amnestiegesetz von kriminellen Organisationen gezielt zur Geldwäsche missbraucht wird.

Autovelox fiscale on tour

Ein "autovelox fiscale" genanntes Fahrzeug, das am Donnerstag in Como den Medien vorgestellt wurde, soll den Geldtransporteuren nun endgültig auf die Schliche kommen. Spezielle, auf einem Lieferwagen installierte Infrarotkameras registrieren täglich rund um die Uhr die Nummernschilder von sämtlichen Italienern, die in die Schweiz einreisen.

Ein zentraler Computer wertet die Daten aus. Bei Personen, die von der Guardia di Finanza der Steuerhinterziehung oder anderer Finanzdelikte verdächtigt werden, löst der Computer automatisch Alarm aus.

Um nicht gegen das Gesetz zum Schutz der Privatsphäre zu verstoßen, machen an den Grenzübergängen Hinweisschilder auf die heimliche Kameraüberwachung aufmerksam.