Finanzkrimi rund um deutsche Mobilcom
Im Streit der Hauptgesellschafter des Telekom-Unternehmens Mobilcom hat der zweitgrößte Aktionär France Telecom dem Unternehmen einem Zeitungsbericht zufolge rechtswidrige Börsengeschäfte vorgeworfen.
Die "Financial Times Deutschland" berichtete heute, nach Darstellung von France Telecom habe Mobilcom den jüngsten Kauf von rund fünf Prozent der Mobilcom-Aktien durch die Ehefrau von Mobilcom-Chef und -Gründer Gerhard Schmid finanziert. Ein Mobilcom-Sprecher wies die Vorwürfe zurück.
In dem Zeitungsbericht heißt es weiter, Mobilcom habe einer nahe stehenden Firma Geld gezahlt, über welche die Ehefrau die Mobilcom-Aktien erworben haben soll.
MobilcomUnabhängige Untersuchung verlangt
Die "Financial Times" berichtete ergänzend, während einer am Mittwoch bis in die Nachtstunden dauernden außerordentlichen Aufsichtsratssitzung hätten die zwei Vertreter von France Telecom eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe verlangt.
"Das ist so nicht richtig. Das ist ein wenig komplizierter", sagte Mobilcom-Sprecher Matthias Quaritsch zu dem Zeitungsbericht. Er bestätigte zugleich, dass die Vorwürfe Gegenstand der Aufsichtsratssitzung gewesen seien, sagte aber nichts über die Ergebnisse des Treffens.
"Das wäre illegal"
Er kenne die Ergebnisse noch nicht, sagte Quaritsch. Ein Mobilcom-Sprecher war zuvor von der Zeitung mit den Worten zitiert worden: "Mobilcom hat Frau Schmid kein Geld zum Aktienkauf gegeben. Das wäre illegal, und das würde Mobilcom nie tun."
Bollwerk gegen France Telecom
Der "Financial Times Deutschland" zufolge wollte Mobilcom mit der angeblichen Finanzierung des Aktienkaufs von Sybille Schmid-Sindran verhindern, dass France Telecom die monatelange Schwächephase des Aktienkurses an der Börse zur Aufstockung des eigenen Anteils nutzt.
Nach Angaben der Zeitung zielen die Vorwürfe des französischen Konzerns darauf ab, dass der Kaufvertrag für den im Jahr 2000 erworbenen Mobilcom-Kapitalanteil und die damit zusammenhängenden finanziellen Verpflichtungen für den Ausbau des deutschen UMTS-Mobilfunkgeschäfts "null und nichtig" wird.
Die Aktien von Mobilcom stehen wieder deutlich unter Druck und verloren heute im frühen Handel erneut fünf Prozent auf 12,10 Euro. Seit vergangenem Freitag büßten die Aktien rund ein Drittel ihres Werts ein.
