Microsoft will JPEG Konkurrenz machen

26.05.2006

Nach WMA und WMV soll sich nun mit Windows Media Photo ein Dateiformat für komprimierte Bilder von Microsoft als Konkurrenz für das weit verbreitete JPEG-Format etablieren. Bei Videos und Audios konnten sich Microsoft-Formate bisher nicht als der Standard durchsetzen.

Laut Microsoft ist Windows Media Photo [WMPhoto] den bisher gängigen JPEG-Dateien überlegen, da bei der Komprimierung deutlich mehr Informationen des Bildes erhalten bleiben sollen.

Das neue Format soll mit Windows Vista eingeführt, aber auch für Windows XP angeboten werden, so Bill Crow, Programmmanager für WMPhoto, auf der Microsoft-Hausmesse WinHEC.

"Nachfolger" von WMA und WMV

Entwickelt wurde WMPhoto vom gleichen Team, das bereits für die Formate WMV und WMA [Video und Audio] verantwortlich zeichnete. Zudem wurde mit zahlreichen Hardware-Herstellern zusammengearbeitet, darunter Produzenten von Digitalkameras und Mobiltelefonen.

In seiner Vorführung zeigte Crow ein Bild, das im Verhältnis 24:1 komprimiert wurde und wesentlich mehr Details enthielt als ein im gleichen Maße komprimiertes JPEG- oder JPEG2000-Bild.

Weniger Speicher bei guter Qualität

WMPhoto soll bei gleich bleibender Qualität nur die Hälfte des Speicherplatzes benötigen, den JPEG-Bilder derzeit in Anspruch nehmen. Standardkameras würden in der Regel mit der Kompression von 6:1 arbeiten, so Microsoft.

Die Kompressionstechnologie soll äußerst anpassungsfähig gestaltet sein. So soll es möglich sein, die Bildgröße zu verringern, indem nur ein Teil des Bildes komprimiert wird.

Besonders detailreiche Bereiche würden dabei unangetastet bleiben und keine Qualitätsverluste aufweisen, so Microsoft.

An den Lizenzbedingungen feilt der Softwarekonzern noch und hielt sich daher zu diesem Thema bedeckt.

Gute Partner vonnöten

Zur Durchsetzung von WMPhoto wird sich Microsoft auch noch Schwergewichte der Industrie als Partner suchen müssen, die das Format auch einsetzen oder zumindest in ihren Geräten und Programmen unterstützen.

Microsofts WMV wird zwar viel zum Streamen für Videos eingesetzt, abseits davon finden sich auf den Festplatten vieler User vor allem Files in den Formaten .mpeg und .avi. Im Bereich Audio hat das MP3-Format sogar einer eigene Gerätegeneration zum Namen verholfen.

(dpa)