Microsoft ist wieder auf Einkaufstour
In Südkorea kündigte Microsoft-Chef Steve Ballmer eine Einkaufsoffensive an. 750 Millionen Dollar wurden bereits in 22 Übernahmen investiert.
Ballmer weilt in Südkorea, Hauptzweck des Besuchs ist Schadensbegrenzung.
Ähnlich wie die EU hatte das Handelsministerium in Seoul Microsoft im Dezember wegen Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht verurteilt. Das Urteil wurde noch nicht veröffentlicht, bekannt ist aber, dass ein Bußgeld von 33 Milliarden Won [27,1 Mio. Euro] auferlegt wurde.
Analog zur EU wurde Microsoft verpflichtet, eine Windows-Version ohne Media Player und den MS-eigenen Instant Messenger anzubieten. Grund: Microsoft soll durch die Bündelung von Softwareanwendungen in Windows seine vorherrschende Stellung bei Betriebssystemen ausgenutzt haben.
Aufhebung der Kartellentscheidung
Der Software-Riese fordert vom zuständigen Gericht die Aufhebung dieser Kartellrechtsentscheidung und deswegen ist Ballmer auch dort.
Ungeachtet der Verhängung dieser Auflagen gab Ballmer am Donnerstag in Seoul bekannt, weitere 60 Millionen Dollar in Südkorea zu investieren. Das Geld solle in den nächsten drei Jahren zur Beschleunigung des IT-Wachstums eingesetzt werden.
Bill Gates wiederum ist gerade aus Brasilien zurückgekehrt, wo er Microsofts Miet-PC-Service "FlexGO" für Entwicklungs- und Schwellenländer vorgestellt hatte.
22 Firmen um 750 Mio. Dollar
"Microsoft ist fest entschlossen, dem Markt zu größerem Wachstum zu verhelfen, zu mehr unternehmerischer Aktivität und mehr umsichtigen Neugründungen", sagte Ballmer vor Teilnehmern des Seoul Digital-Forums 2006.
Am Rand der Konferenz gab Ballmer auch bekannt, dass seine Firma in den vergangenen zwölf Monaten 750 Million Dollar [587 Mio. Euro] für den Erwerb von insgesamt 22 IT-Unternehmen ausgegeben hat.
Um "Lücken zu füllen", werde man das Tempo der Firmenübernahmen noch steigern, sagte Ballmer. Namen oder Zahlen dazu rückte Microsofts CEO freilich nicht heraus.
(ap | dpa)
