"Online-Charta" für Filmvertrieb in Europa
Eine europäische Charta soll den Vertrieb von Filmen über das Internet fördern und zugleich zum Schutz von Urheberrechten beitragen.
Die "Europäische Film Online-Charta" wurde im französischen Cannes unterzeichnet.
Am Rande der Filmfestspiele einigten sich dort Vertreter der Filmbranche, Anbieter von Internetdiensten und Telekommunikationsbetreiber aus der EU und den USA auf gemeinsamen Regeln.
Bedingungen für Online-Filmvertrieb
Die unter der Schirmherrschaft der EU-Kommissarin Viviane Reding sowie von Vertretern der Filmindustrie und Internetanbietern ins Leben gerufene Charta soll die Bedingungen und Grundlagen künftiger Verträge über Online-Filmvertriebe festlegen.
"Die Onlinedienste werden den Zugang zum europäischen Kino beachtlich erleichtern und seine Verbreitung innerhalb der EU und auf internationalen Märkten fördern", so Reding.
Koordination von Freigabe-Terminen
Produzenten, Inhaber von Aufführungsrechten und Online-Vertreiber könnten sich auf Basis des Regelwerks beispielsweise auf die am besten geeigneten Freigabe-Termine verständigen, erläuterte die Kommission.
Keine Werbung für Kopierschutzknacker
Der in der Charta festgeschriebene Konsens umfasst die Anerkennung der Peer-to-Peer-Technik [P2P] als positive Entwicklung für die legale Online-Verteilung urheberrechtlich geschützter Inhalte.
Regeln für die "empfehlenswerte Praxis" gibt es auch für die Entwicklung von Kopierschutz-Technologien. Zusammen will man an DRM-Systemen arbeiten, die "sicher, kostengünstig, zuverlässig und kompatibel sind und im Idealfall auf offenen Standards beruhen sowie auf vielen Plattformen und Geräten laufen."
Teilnehmende Online-Dienstleister sollen überdies keine Werbung für Unternehmen veröffentlichen, die an der Filmpiraterie beteiligt sind oder diese vorsätzlich ermöglichen.
Zu den ersten Teilnehmern der Charta zählen unter anderem die deutsche Konstantin Film AG, die britische Rundfunkanstalt BBC, EMI Music, France Telecom, Telecom Italia und der US-Unterhaltungskonzern Time Warner.
(dpa | AFP)
