Sparmaßnahmen in der IT-Wirtschaft
Microsoft schickt 1.000 Leiharbeiter für eine Woche in unbezahlten Zwangsurlaub, IBM Deutschland streicht das Urlaubsgeld für 2007.
Um das Budget für das laufende Finanzjahr nicht zu überziehen, hat der US-Softwareanbieter Microsoft mehr als 1.000 Software-Entwickler und -Tester angewiesen, sieben Geschäftstage unbezahlten Urlaub zu nehmen.
Zuvor hätten andere Mitarbeiter des Unternehmens bereits eine ähnliche Anweisung erhalten, teilte das Unternehmen mit. Sie sollen ihren Urlaub in der laufenden Woche antreten.
Schonung des Budgets
Der Konzern beginnt am 1. Juli ein neues Geschäftsjahr. Microsoft hat sein Budget nach eigenen Angaben zwar nicht überschritten. Einige Unternehmenszweige müssten jedoch die Kosten reduzieren, um die Vorgaben einzuhalten, so ein Sprecher des Konzerns.
Das Vorgehen sei in Technologieunternehmen eine verbreitete Methode, um Ausgaben zu regulieren. "Es ist in der Industrie üblich, wenn auch nicht bei Microsoft", so der Sprecher.
Microsoft hatte gewarnt, höhere Ausgaben könnten die Gewinne schmälern. Seitdem haben die Aktien des Konzerns rund 16 Prozent an Wert verloren. Microsoft hat weltweit 63.000 Beschäftigte. Zur Zahl der Leiharbeiter machte der Konzern bisher keine Angaben.
Kein Urlaubsgeld für IBM-Mitarbeiter
Auch IBM muss sparen und will den rund 22.000 Beschäftigten in Deutschland im kommenden Jahr das Urlaubsgeld streichen. Hintergrund des Einschnitts sind Sparvorgaben der US- Konzernzentrale.
Da sich der Betriebsrat gegen die Pläne zu einer drastischen Reduzierung der Kosten für Pensionsrückstellungen gewehrt habe, sei nun die Betriebsvereinbarung zum Urlaubsgeld gekündigt worden, so der IBM-Betriebsrat.
Die Änderungsvorschläge sehen vor, dass für rund die Hälfte der deutschen IBM-Mitarbeiter künftig zu erwerbende Ansprüche aus der betrieblichen Altersversorgung niedriger ausfallen als bisher.
Kostendruck durch höhere Lebenserwartung
IBM begründet dies damit, dass die Entwicklung der Finanzmärkte und eine steigende Lebenserwartung die Kosten der betrieblichen Altersversorgung immer stärker wachsen ließen. Dadurch werde es zunehmend schwieriger, diese Altersversorgung in ihrer bisherigen Form aufrechtzuerhalten.
(dpa | Reuters)
