Bertelsmann plant Verkauf von BMG Music
Erlös von bis zu 1,3 Mrd. Euro erwartet
Bertelsmann soll den Verkauf seines Musikverlags BMG Music für bis zu 1,3 Mrd. Euro vorbereiten.
Der Erlös könnte dem Konzern helfen, den von der Eigentümerfamilie Mohn unerwünschten Börsengang zu verhindern. BMG hat im vergangenen Jahr 372 Millionen Euro umgesetzt.
Verkauf des Anteils an Sony BMG?
Der Verkaufsprozess für die Sparte könne bereits im Juni in Gang gesetzt werden, so Finanzkreise.
Bertelsmann erwäge auch, seinen 50-Prozent-Anteil am Musik-Produzenten Sony BMG zu verkaufen, doch bräuchte dies deutlich mehr Zeit, sagte eine mit den Planungen vertraute Person.
Ein Bertelsmann-Sprecher wollte sich nicht konkret dazu äußern.
Vivendi und Sony als Interessenten
Als Interessent für den Musikverlag wird die Vivendi -Tochter Universal Music gehandelt, die ihr Verlagsgeschäft nach eigenem Bekunden durch Zukäufe ausbauen will und durch die Übernahme massive Einsparungen realisieren könnte.
Zusammen mit einem Investor werden auch Sony Music und die zu Viacom gehörende Famous Music als potenzielle Käufer genannt.
Angebot der Familie Mohn
Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge will die Familie Mohn selbst ein Barangebot zur Übernahme des Bertelsmann-Anteils der belgischen Groupe Bruxelles Lambert des Investors Albert Frere vorlegen, die seit dem Verkauf von RTL mit mehr als 25 Prozent an Bertelsmann beteiligt ist.
Frere hat angekündigt, den Anteil 2007 an die Börse zu bringen, wozu ihm von Bertelsmann das Recht eingeräumt worden war. Die Familie Mohn hat aber ein Vorkaufsrecht auf den auf einen Wert von bis zu fünf Milliarden Euro taxierten Anteil.
In Medienberichten hatte es bereits geheißen, Bertelsmann erwäge den Verkauf von Unternehmensteilen, um die Beteiligung Freres zurückzukaufen.
(Reuters)
