Kaufkriterien für Festplattenrecorder
Nicht nur Fernseher, auch Festplattenrecorder haben zur Fußball-WM Hochkonjunktur. Bei der Wahl des richtigen Geräts gilt es allerdings einiges zu beachten. Neben der Größe der Festplatte sind auch die passenden Anschlüsse und Features wie eine elektronische Programmzeitschrift von Bedeutung.
Rechtzeitig zur WM haben die meisten Anbieter von Festplattenrecordern ihr Angebot nahezu verdoppelt, zeigt etwa ein Blick auf die österreichische Einkaufsplattform Geizhals.at.
Mit der größeren Auswahl wird es zwar leichter, für die individuellen Bedürfnisse auch das passende Gerät zu finden, gleichzeitig steigt aber das Risiko, am Ende doch das falsche Gerät aus dem Elektrofachmarkt mit nach Hause zu nehmen.
Tücke steckt im Detail und den Features
Handelsübliche Festplattenrecorder bieten eine Fülle von Features, die dem TV-Konsumenten das Leben erleichtern sollen, allerdings steckt die Tücke wie so oft im Detail. Denn nicht nur die Größe der Festplatte ist ein wichtiges Kriterium, sondern auch die passenden Anschlüsse, die unterstützten Formate und Zusatz-Features wie eine elektronische Programmzeitschrift.
80 GB sind unterste Grenze
Als unterster Standard haben sich derzeit Festplattenrecorder mit einer 80-GB-Festplatte etabliert, die meist schon zu einem recht günstigen Preis angeboten werden. Je nach Qualität der Aufzeichnung können damit über 100 Stunden Live-TV aufgezeichnet werden. Schärfere Bilder brauchen entsprechend mehr Platz.
Je größer die Festplatte, desto höher allerdings auch der Preis. 250-GB-Recorder sind zwar schon um die 500 Euro zu finden, 400 GB allerdings meist um das Doppelte.
Obacht bei den Anschlüssen
Vor allem für Satelliten-Nutzer wichtig ist, ob der Recorder auch mit dem [digitalen] Satellitenreceiver kommunizieren kann. Wenn nicht, muss der Receiver immer auf das Programm eingestellt sein, das der Recorder gerade aufnehmen soll, was nicht immer praktikabel ist – etwa wenn man zeitgleich eigentlich ein anderes Programm anschauen möchte.
Soll der Recorder nicht nur an das TV-Gerät, sondern auch an die Stereoanlage bzw. einen Beamer angeschlossen werden, braucht es ebenfalls die passenden Anschlüsse. HDMI [High Definition Multimedia Interface] etwa bietet die volldigitale Übertragung von Audio- und Video-Daten.
Erst wenige Hersteller bieten auch einen integrierten DVB-T-Tuner für digitales terrestrisches Fernsehen an, das im September in Österreich startet. Zwar erspart man sich darüber ein extra Gerät für die Nutzung von DVB-T, um den Einsatz einer Antenne kommt man allerdings auch hier nicht herum. Zudem werden Features wie der digitale Teletext wie beim Kabel auch hierbei nicht verfügbar sein.
TV, Video, MP3 und JPGs
Wer seine Aufzeichnungen für die Ewigkeit speichern möchte, sollte auch auf die unterstützten Formate achten. Neben allen gängigen DVD-Formaten [DVD +/- R/RW] sollten auch Dual-Layer-DVDs mit doppelter Aufnahmekapazität beim Abspielen und Aufnehmen unterstützt werden. Für die Bearbeitung der Files braucht es auch ein Schnittprogramm im Recorder.
Die meisten Recorder verarbeiten Dateien im MP3- und JPG-Format, sodass CDs mit komprimierter Musik bzw. Bildern abgespielt und direkt von der Platte betrachtet werden können. Einige bieten auch Unterstützung für das Video-Komprimierungsformat DivX an.
HDD-Recorder als Jukebox
Für Musikfans interessant: Einige Hersteller wie Pioneer bieten bei ihren HDD-Recordern eine integrierte Jukebox, mit der Musik direkt von der Festplatte abgespielt werden kann. Panasonic etwa unterstützt dieses Features nicht, hier kann Musik nur von der CD gespielt werden.
Ab Herbst sollen bei den neuen Pioneer-Modellen die Daten auch direkt via USB auf die Platte übertragbar sein, bis dato können die CDs nur direkt auf die Festplatte gerippt werden.
Mehr Komfort mit EPG
Wer nicht regelmäßig eine Programmzeitschrift zu Hause hat bzw. sich das mühsame Eintippen von VPS- oder Showview-Zahlen ersparen möchte, sollte unbedingt auch auf einen elektronischen Programmführer [Electronic Programm Guide, EPG] im Festplattenrecorder achten. In Österreich sind die meisten Recorder mit Guide Plus+ ausgestattet.
Damit können Sendungen nicht nur bequem für die Aufnahme programmiert werden, man kann auch alle Folgen seiner Lieblingsserie für die Aufnahme programmieren - oder eben alle Fußballspiele eines Tages.
Mit der Windows Media Center Edition kann auch ein Computer als Festplattenrecorder genützt werden. Bei der Anschaffung des Rechners sollte allerdings darauf geachtet werden, dass dieser nicht zu laut ist.
