Farben in Filmqualität für Digicams
In den letzten Jahren gab es auf dem Konsumentenmarkt für Digitalkameras ein Rennen um immer neue Rekorde in der Bildauflösung, wobei derzeit 5,2 Millionen Pixel die Spitze bilden.
Damit haben sich die Kameras zwar von der Auflösung her zu einer echten Alternative zu den klassischen analogen Kameras entwickelt, wobei die Farbtiefe allerdings immer noch deutlich zu wünschen übrig lässt.
Der Fotochip-Pionier Foveon hat jetzt einen neuen Sensorchip vorgestellt, der das Potenzial hat, die Farbqualität von Filmen zu gewohnten Preisen auch mit Konsumentenkameras zu ermöglichen.
Foveon hat 1999 auch die erste Kamera mit 16 Millionen Pixeln auf den Markt gebracht.
Digitalkamera mit 16 Millionen PixelDrei Farben pro Pixel
Das Problem der Farbtiefe bei Konsumenten-Digitalkameras resultiert aus dem Umstand, dass mit den eingesetzten Chips nicht für jeden Bildpunkt die Werte für die drei Grundfarben ermittelt werden können, wie das in den drei Lagen herkömmlicher Filme der Fall ist.
Während bei digitalen Profigeräten das Problem kostenintensiv mit mehreren Chips umgangen wird, werden bei den Konsumentenkameras Softeware-seitig Zwischenwerte errechnet.
Der neue Foveon-Chip "X3", der heute offiziell präsentiert wird, soll jetzt erstmals drei Farbsensoren für jeden Bildpunkt besitzen, womit die gleiche Farbqualität wie bei analoger Fotografie erreicht werden soll.
Foveon setzt bei seiner Entwicklungsarbeit auf die preiswerte CMOS-Technologie [Complementary Metal-Oxide Semiconductor].
Die Zukunft der digitalen FotografieMarktchancen
Der neue "X3"-Chip wird zuerst in Profikameras zu finden sein. Die Sigma Corporation will noch im Laufe dieses Monats eine entsprechende Kamera vorstellen.
Prinzipiell hat der "X3" allerdings das Potenzial, seine Farbqualitäten auch im Konsumentenbereich zu entfalten, da die Reduzierung auf einen Chip die Massenfertigung zum Preis von derzeit verwendeten Sensorchips ermöglicht.
Die größte Hürde für Foveon ist demnach nicht die Technologie, sondern die Etablierung auf dem Markt, wozu die großen Player auf dem Digitalkameramarkt auf die "X3"-Technik umsteigen müssten.
Dabei dürfte Sonys Marktmacht das größte Hindernis für Foveon darstellen, denn der Konzern ist gleichzeitig der größte Hersteller von herkömmlichen Sensorchips und von Digitalkameras.
Foveons Entwicklungsabteilung wird von einem Veteranen der Chipindustrie angeführt: Carver Mead hat 1970 als Professor an der Universität von Kalifornien zusammen mit Lynn Conway das VLSI-Design entwickelt [Very Large Scale Integrated Circuit]. VLSI ermöglichte damals ungekannte Transistor-Dichten auf Chips. Carver Mead widmet sich seit geraumer Zeit der digitalen Simulation menschlicher Sinne: Vor Foveon hat Mead für Sonic Innovations preisgünstige und kleine Hörgeräte entwickelt.
Foveon
