BT will Patent auf Links geltend machen
Am 11. und 12. Februar findet vor einem US-Bundesgericht die Anhörung im Fall British Telecom [BT] gegen den Internet-Serviceprovider Prodigy Communications statt.
Die BT hat den Provider wegen Benutzung von Hyperlinks verklagt und behauptet, auf die Links im Internet ein Patent zu besitzen.
British Telecom-Chairman Christopher Bland hat am Donnerstag noch einmal bekräftigt, dass das Unternehmen willens ist, die Klage durchzuziehen, auch wenn man dadurch schlechte Publicity bekomme. Da der Prozess in den USA stattfinde, rechne man mit keinen großen Auswirkungen, fügte Bland an: "Entscheidet das Gericht für uns, ist das nett, entscheidet es gegen uns, ist das nicht nett", sagte der BT-Vorsitzende am Rande einer Bilanz-Pressekonferenz.
Unrechtmäßige Nutzung von Hyperlinks
Das britische Telekommunikationsunternehmen hat den Provider
Prodigy Communications ausgewählt, um einen Musterprozess wegen der
nach Meinung des Konzerns unrechtmäßigen Nutzung von Hyperlinks zu
führen. Insgesamt hat die BT im Jahr 2000 17 US-Provider
angeschrieben und mit Hinweis auf das US-Patent 4,873,662
Schadensersatz für die unrechtmäßige Nutzung von Hyperlinks auf den
Seiten verlangt.
Das PatentISPs wollen nicht zahlen
Da die ISPs sich weigerten zu zahlen, wurde Ende 2000 stellvertretend Prodigy für eine Klage ausgewählt. Die Klage läuft in den USA, weil nur dort das fragliche Patent erst im Jahr 2006 ausläuft. In anderen Ländern hat die BT das Patent ebenfalls angemeldet, allerdings ist es dort nicht mehr gültig.
Nach eigenen Angaben ist die BT bei einer "Inventur" zufällig auf die vermeintlichen Hyperlink-Patente gestoßen. Die Verhandlung findet vor dem US-Bundesgericht in Great Plains [New York] statt.
Prodigy Communications will laut US-Berichten einen Filmausschnitt als Gegenbeweis aufführen. Darin ist Douglas C. Engelbart zu sehen, der 1968, rund 20 Jahre vor der Patentanmeldung von BT, eine Technik demonstriert, die man mit großem Recht als ersten Hyperlink der Welt bezeichnen könnte. Engelbart spricht sogar wörtlich von einem Link.
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