Höhenflüge durch gezieltes Wachsen
Skispringen ist ein Sport den man als Privatperson kaum betreiben kann ¿ trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen erfreut er sich ungebrochener Beliebtheit.
"RTL Skispringen 2002 mit Martin Schmitt" versucht den Mut der todesmutigen Athleten auf den Schirm zu zaubern, aber greift dabei manchmal auch ein wenig neben die Trickkiste.
Echter Nervenkitzel tritt in dem Mix aus Strategie und Simulation selten auf und wenn dann nur ob die Wachsmischung auf den Skiern richtig gewählt wurde. Das Game ist für PC und PSOne erhältlich.
Seit 8. Februar läuft die Winterolympiade 2002 in Salt Lake City. Die FuZo testet dazu einige Games, die Spaß im Schnee auch für zu Hause versprechen.
"Salt Lake 2002" von EidosMindestanforderung
Gestestet wurde für PC, Minimalanforderung PII 300 MhZ, 64 MB RAM [besser 128], 520 MB HD, CD-ROM 2-fach, Grafikkarte 4 MB mit 3D-Beschleuniger [besser 16 oder 32 MB].
"Andreas Goldbringer"
Als Galionsfigur und einziger mit echtem Namen im Spiel vertretener Springer aus dem aktuellen Weltcup [WC] hat Skispringen 2002 Martin Schmitt auf sein Cover gewählt.
Schmitt liegt im Moment im Weltcup nur auf Platz sechs, der "wahre Überflieger" und neue "Superstar" in Deutschland ist im Moment Sven Hannawald.
Der ist aber "versteckt" trotzdem im Spiel enthalten und andere Skispringer ebenfalls ["Sven Hanniwaldi" oder "Andreas Goldbringer"]. Andere vorgefertigte Namenskreationen sind erfinderischer: Roland Augenlied, Georg Zuspaet oder Florian Kopfglanz.
Interaktive Spieleentwicklung
Die Entwickler aus Deutschland versuchen im dritten Jahr des
Spiels auf die Wünsche und Anregungen der Spieler einzugehen und sie
zu verwirklichen. Auch nach der Veröffentlichung sind sie
diskussionsbereit und stellen sich im Forum auf der Site zum Spiel
der Kritik der Gamer. Zwei Patches sowie eine Bugliste und Tipps und
Tricks gibt es schon, sowie zwei neue Skins.
Skispringen 2002Wachsmischung über alles
Es können im Spiel auch eigene Springer erstellt werden. Dabei werden nicht nur Gesicht und Anzug ausgewählt sondern die Startpunkte auf die Attribute Alter, Größe, Gewicht, Landetechnik, Sprungkraft, Fitness und Technik verteilt.
Was einfach scheint, birgt allerdings so manche Tücke: Je höher das Alter desto mehr Startpunkte gibt es zwar, allerdings geht ein Springer mit 40 Jahren bereits in Pension.
Das Geld das man gewonnen oder durch Sponsorverträge verdient hat, kann für Skibrillen oder Schuhe gleich wieder ausgegeben werden. Wichtiger für den Erfolg sind gute Skier und die passende Wachsmischung.
Im Shop kann man 35 verschiedene Wachssorten kaufen die im richtigen Mix aufgebracht werden müssen. Dabei sollte man immer die aktuelle Wetterlage im Auge behalten.
Es gibt drei Modi: Karrieremodus, Funmodus und Übenmodus. Zu den Wettbewerben zählen Weltcup, 4-Schanzen-Tournee, Skifliegen und Mannschaftsmodus. Im virtuellen Modus können beliebige Schanzen aus den insgesamt 22 zusammengestellt werden. Der Schwierigkeitsgrad kann einstellt werden. Im Multiplayermodus können bis zu 16 Gamer an einem PC gegeneinander spielen.
VCC EntertainmentEine ruhige Kugel schieben
Im Karrieremodus muss man möglichst schnell gute Sprünge hinlegen, denn der Zahn der Zeit nagt an den Springern: Pro Saison altert der Athlet um ein Jahr. Um die 18 Schanzen im Weltcup aber auch ohne Sturz zu bewältigen heißt es üben, üben, üben.
Dabei sollte man eine ruhige Kugel schieben: Die Steuerung erfolgt über die Maus und erfordert eine ruhige Hand. Wind und Wetter beeinflussen den Springer und werden durch Gegensteuern ausgeglichen ebenso die V-Stellung und die Landehaltung der Skier.
Die optimale Lage ist dabei durch eine Grafik am Bildschirm veranschaulicht: eine Kugel die je nach Einfluss die Lage ändert und möglichst in der Mitte gehalten werden sollte.
Klingt simpel, ist es aber nicht. Am Anfang sollte man viel Zeit im Übenmodus verbringen und von jeder Schanze mindestens einmal gesprungen sein um dann nicht von schlechten Lichtverhältnissen überrascht zu werden. Für Siege oder gute Platzierungen gibt es Preisgeld und Sponsorenverträge die auch in gute Trainer angelegt werden sollten.
Das Olympia-Special von sport.ORF.atRealistische Figuren, ausbaufähiges Publikum
Die Grafik bei Skispringen 2002 ist nicht berauschend. Manche Effekte sind zwar gelungen und die Figuren realistisch, aber die Stürze folgen Schema F und sehen immer gleich aus.
Die Umgebung ist durchaus ausbaufähig und das Publikum hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Für solche Details hat man hauptsächlich bei den Gegnern ein Auge, in den fünf Kamerapositionen der Springer sind diese Details weniger im Bild. Die Details sind optional wegschaltbar, was aber keine dramatischen Auswirkungen auf die Umwelt hat.
Fahrstuhlmusik
Der Kommentar zum Spiel ist in einer Doppelkonferenz von Hans Bauch und Dieter Weitsprung gehalten - und unter den Optionen abschaltbar. Das empfiehlt sich, da die Kommentatoren oft unsinnig daherreden und z.B. statt Planica Plancia sagen [im zweiten Patch behoben]. Die Musik ist wie Fahrstuhlmusik ¿ unauffällig im Hintergrund.
Fazit
Skispringen 2002 ist eine Mischung aus Strategie- und Simulationsspiel mit einer Prise Action. Freunde von Strategiespielen könnten ihre Freude haben, Gamer die viel Action bevorzugen, dürften bald enttäuscht die Maus oder den Controller zur Seite legen.
Interessant wird, was die Entwickler von den vielen Anregungen im Forum in das nächste Spiel hinübernehmen - einige Fehler sind bereits in den beiden Patches behoben worden.
