Das Snowboard als Karriere-Sprungbrett
Die meisten Boarder stehen "just for fun" auf ihrem Brett, das für sie die Welt bedeutet. Bei "Amped: Freestyle Snowboarding" ist das Snowboard aber auch Mittel zum Zweck: berühmt werden und Geld verdienen.
Dazu braucht man viel Geschick, Geduld und die Fähigkeit, im richtigen Moment vor der passenden Kameralinse zu stehen, denn bei "Amped" zählen nicht nur die Tricks. Punkte gibt es hier auch für Show-offs vor den Presseleuten, und das ist nicht immer einfach.
"Amped "erscheint bei uns im März für die Xbox von Microsoft, getestet wurde die NTSC-Version.
Ein Schwergewicht namens XboxAm 8. Februar beginnt die Winterolympiade 2002 in Salt Lake City. Die FuZo testet dazu einige Games, die Spaß im Schnee auch für zu Hause versprechen.
"Salt Lake 2002" von EidosDie Leidenschaft zum Beruf machen
Das Ziel bei "Amped" ist es, Profi zu werden, einen Sponsorvertrag zu bekommen und viel Geld zu verdienen. Der Weg dorthin ist aber oft steinig und gepflastert mit Hindernissen, in diesem Fall vor allem Berge und Geländer.
Zu Beginn kleidet man sich ein, sucht ein halbwegs passables Board aus und begibt sich auf die Piste. Die Auswahl ist wie meistens recht klein, im Laufe des Spiel können neue Boards und andere wichtige Utensilien "erfahren" werden.
Obwohl man bei "Amped" mit realen Profis fährt, kann die Figur am Anfang erst wenige Tricks. Je mehr Bewerbe gewonnen werden, desto mehr Skill-Punkte können [selbst] vergeben werden für Spin, Balance, Jump, Speed und Switch.
Ungewohnte Steuerung
Die Steuerung ist ungewohnt, aber funktionstüchtig: Die
Analogsticks werden zum Fahren und für Tricks verwendet, und die
Aktionstasten für die verschiedenen Grabs.
"Amped" - FlashNervende Fehler
"Amped" verzeiht allerdings keine Steuerungsfehler: Wer ungenau an eine Rampe heranfährt oder sich in der Luft nicht richtig positioniert und dementsprechend unsanft landet, dürfte öfters entnervt den Kontroller in die Ecke werfen.
Wer noch nie auf einem Snowboard gestanden ist und daher auch keine Vorstellung von der Dynamik hat, wird sich daher am Anfang schwer tun. Das Fahrverhalten bei "Amped" ist realistisch genug, um ausreichend Respekt vor den "echten" Profis in der Halfpipe zu bekommen.
Tricks und die damit erzielten Punkte sind aber das einzige Mittel, um in die Medien und damit an den begehrten Sponsorvertrag zu kommen.
Verstricktes Gameplay
Im Karriere-Modus gibt es den Trick- und den Media-Score. Mit ausreichend Punkten interessiert sich ein Sponsor, der ganz bestimmte Tricks sehen will. Hat man schließlich den Vertrag in der Tasche, kann man es noch mit einem Profi aufnehmen und neue Tricks lernen.
Lückenloser Blick auf platte Bäume
Die Grafik in Amped ist prinzipiell ohne Tadel. Der Blick über die Berge und die Hänge hinunter ist lückenlos und ruckelfrei, und das ist gut so. Die Umgebung ist detailreich, der Schnee glitzert, die Sonne blendet - nur die Bäume sind ein wenig platt geraten.
200 verschiedenen Tunes aus Kategorien wie Electronic, Punk und Surf Rock können als Soundkulisse gewählt werden. Zusätzlich kann auch die eigene Musik auf der Xbox-Festplatte gespeichert werden.
And now to something completely different
Ein witziges Feature sind die Medienberichte, die man im Laufe seiner Karriere im Scrapbook sammelt: Sie erinnern durchaus an "Monty Pythons Flying Circus".
Fazit
Wer realistisches Fahrverhalten schätzt und eine hohe Frustrationstoleranz hat, wird mit "Amped2 seine Freude haben und kann schon einmal für die nächsten Winterspiele üben.
Ein Manko ist das fehlende Tutorial [wie bei "SSX Tricky"] - hier kann auch das Booklet nicht helfen - und die gewöhnungsbedürftige Steuerung, die aber meisterbar ist.
"Amped" kommt an "reales" Snowboardfahren schon recht nahe dran - so real es von der Couch und ohne Board eben sein kann.
Die Wahl als Qual
Im Multiplayer-Modus können bis zu vier auf einer Konsole spielen, allerdings immer nur einer auf dem Schirm. Dafür gibt es ausreichend Optionen: Das Handicap jedes Spielers ist einstellbar, die Zahl der gefahrenen Runden, die Zeit und welche Tricks die meisten Punkte bringen. Dazu noch eine Fülle an Rennmodi - etwa ob der mit den meisten oder den wenigsten Punkten gewinnt - "Amped" macht die Wahl zur Qual.
