Mobilfunk-Umsatz steigt, Gewinn sinkt
Die heimische Mobilfunkbranche freut sich zwar über steigende Umsätze, die Erträge werden aber - vor allem bei kleineren Handybetreibern - in den kommenden Jahren weiter sinken, so eine aktuelle Studie.
Zu diesem Ergebnis kommen die Marktforscher Kreutzer Fischer & Partner, die nach der tele.ring-Übernahme durch T-Mobile Austria eine Wettbewerbsverzerrung ortet.
"Die Logik des Marktes heißt Größe. Ein Netzbetreiber mit weniger als zwei Millionen Kunden ist langfristig ohne Subventionen nicht in der Lage, positiv zu bilanzieren", so Geschäftsführer Andreas Kreutzer.
One hält zur Zeit inklusive der Diskonttochter "Yess" und Kooperationspartner wie Tele2UTA bei 1,8 Mio. Kunden, Hutchison ["3"] bei 340.000 Kunden.
Hohe Investitionen, sinkende Preise
Die Umsätze der österreichischen Mobilfunkbranche werden heuer von 3,83 auf 3,93 Mrd. Euro und bis 2008 weiter auf 4,2 Mrd. Euro steigen, so die Schätzung.
Das EGT werde im Branchenschnitt wegen hoher UMTS-Investitionen, sinkenden Handypreisen und steigender Netzwartungskosten durch mehr Sendestandorte heuer von 4,7 Prozent des Umsatzes auf 2,9 Prozent des Umsatzes und bis 2008 weiter auf 1,9 Prozent sinken, prognostiziert Kreuzer.
Kosten im Durchschnitt bei 13 Cent pro Minute
Die Handytarife lagen im Vorjahr in Österreich im Schnitt mit 13 Cent pro Gesprächsminute um acht Cent unter dem EU-Durchschnitt von 21 Cent, heuer soll der Preis in Österreich laut Studie weiter auf elf Cent sinken.
Die vorliegende Studie sei eine unabhängige Studie und von niemandem in Auftrag gegeben, betonte Kreutzer heute.
UMTS-Investitionen von 1,1 Mrd. Euro
Die Kosten für ein UMTS-Netz bezifferte Kreutzer auf durchschnittlich 410 Mio. Euro. Mindestens 60 Prozent davon hätten bisher nur die mobilkom und T-Mobile investiert, One und Hutchison nicht einmal 40 Prozent.
In den nächsten drei Jahren stünden daher in der Branche UMTS-Investitionen von 1,1 Mrd. Euro an. Dazu kämen jährliche Wartungskosten für ein UMTS-Netz von rund 75 Mio. Euro.
Angesichts dieser Investitionskosten werden vor allem One und Hutchison ertragsmäßig künftig stärker unter Druck kommen, glaubt Kreutzer.
2005 bilanzierten nur die mobilkom und tele.ring auf Basis des Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit [EGT] positiv, wobei tele.ring von der Sondersituation als entschuldetes Unternehmen profitierte. T-Mobile, One und Hutchison ["3"] schrieben laut Kreutzer hingegen im Vorjahr Verluste.
Dementi von Hutchison
Die mobilkom verzeichnete im Vorjahr laut Studie ein positives EGT von 352 Mio. Euro, tele.ring ein positives EGT von 56 Mio. Euro, T-Mobile hingegen einen EGT-Verlust von acht Mio. Euro.
Bei One betrug das EGT minus 19 Mio., bei Hutchison minus 200 Mio. Euro.
Hutchson dementiert diese Zahlen. Drei-CEO Bert Thoma: "Die Zahlen dieser Marktforscher sind teilweise reine Schätzung und weichen etwa für 2005 bis über 100 Prozent von den tatsächlichen Zahlen ab. Das ist kreditschädigend. Wir prüfen bereits rechtliche Schritte." Exakten Kennzahlen nannte Hutchison nicht.
(APA)
