Hotmail.at hat sich selbst "entführt"
Was einem der zurzeit stark in Mode befindlichen DNS-Hacks vom Phänomen her zum Verwechseln ähnlich sah, hat sich als mehrfache Fehlkommunikation herausgestellt.
Auf der IP-Adresse 212.184.80.39 [jetzt Bankhaus Oppenheim], die dem deutschen Provider Stoll und Fischbach gehört, war vorher Hotmail.de angesiedelt, das über diese IP-Adresse auf Hotmail.com umgeleitetet wurde.
Nach Auflösung des Vertrags mit Microsoft war 212.184.80.39 für Stoll und Fischbach [vormals Eurotel] wieder frei, weshalb man sie an einen anderen Kunden - das Bankhaus Oppenheim - weitervergab.
Dass Hotmail.at immer noch auf die alte IP-Adresse von Hotmail.de zeigte, habe man nicht wissen können, sagte Thomas Kienzle von Stoll & Fischbach zur FuZo, da man diese Domain nie verwaltet habe, sondern Microsoft. Man habe jedenfalls den DNS-Tausch rückgängig gemacht, sodass Hotmail.at im Lauf des Nachmittags wieder zugänglich sein müsste.
Hotmail.atNameserver mit falschem Namen
Wer bis vor kurzem den URL der Österreich-Filiale des Webmailers von Microsoft am Browser eingab, wurde auf die Homepage des Kölner Bankhauses Salomon Oppenheim umgeroutet.
Dass DNS-Hacks [Domain Name System], bei denen der Eintrag des Nameservice manipuliert wird, stark in Mode sind, war ebenso Zufall, wie dass der Zeitpunkt der "Entführung" zeitlich genau mit Hotmail-Eigentümer Bill Gates' Besuch in Wien zusammenfiel.
Das Bankhaus Oppenheim in KölnDas sagt Microsoft Österreich
Von Microsoft Österreich kam der Tipp zur Ursache des Redirects von Hotmail.at.
Microsoft legt jedenfalls Wert auf die Feststellung, dass die Hotmail-Server und die E-Mail-Konten davon völlig unberührt seien, sagte Unternehmenssprecher Thomas Lutz zur FuZo, das Login sei über Hotmail.de und Hotmail.com jederzeit möglich gewesen.
