PCs lösen Supercomputer-Aufgabe
Mathematikern der Universität Bonn ist es nach eigenen Angaben gelungen, eine Zahl mit 158 Stellen in ihre Primfaktoren zu zerlegen, das sei neuer Weltrekord.
Bei dem Versuch kamen keine Supercomputer, sondern handelsübliche Rechner mit Linux zum Einsatz.
Rekord von 1999 gebrochen
Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahr 1999. Damals gelang es
einem internationalen Wissenschaftlerteam, eine 155-stellige Zahl zu
zerlegen. Das sei auch praktisch eine relevante Schranke gewesen,
teilten die Bonner Mathematiker mit: Damalige Verschlüsselungen
basierten meist auf 512-stelligen Binärzahlen; 512 Binärstellen
entsprechen aber 155 Stellen im Dezimalsystem.
512-Bit-Verschlüsselung geknacktCodierungsverfahren nicht gefährdet
Zahlreiche Verschlüsselungsverfahren beruhen auf einer mathematischen Asymmetrie: Die Multiplikation von zwei Zahlen benötigt kaum Rechenzeit.
Die Zerlegung einer Zahl in ihre Teiler ist um viele Größenordnungen aufwendiger. Heute eingesetzte Codierungsverfahren verwenden in der Regel Schlüssel mit über 512 Bit.
"Sie sind durch unseren Rekord nicht gefährdet", erklärt Professor Jens Franke vom Institut für Mathematik an der Universität Bonn, der zusammen mit Thorsten Kleinjung und Friedrich Bahr die 158 Stellen geknackt hat.
Erster Rekord mit Linux-Rechner
Um große Zahlen in Primfaktoren zu zerlegen, werden in der Regel
Supercomputer eingesetzt. "Unser Rekord ist der erste dieser Art,
bei dem ein Netzwerk handelsüblicher Linux-Rechner zum Einsatz kam",
so Franke. In diesem "Cluster" arbeitet jeder Einzelcomputer
parallel an der Lösung eines Teilaspektes.
"Alles über Primzahlen"
