04.02.2002

DAS FAZIT

Bildquelle: Reuters

Bill Gates war in Wien

Sieben Jahre nach seinem letzten Österreich-Besuch kam Bill Gates am Montag anlässlich der Microsoft Developer Conference in der Hofburg wieder nach Wien.

Nach einem Empfang, der einem Staatsbesuch gleichkam, hat Gates eine Keynote-Rede auf der Entwicklerkonferenz zum Thema "The .NET Revolution, Any Time, Any Where, Any Device" im Großen Festsaal der Hofburg gehalten.

Die Rede kann hier als Stream gehört bzw. gesehen werden:

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Treffen mit Schüssel

Nachmittags traf Gates mit Schüssel zusammen, um über "Projekte von Microsoft in den nächsten Jahren" zu sprechen.

Vom Einzug in die Hofburg

Bemerkenswert am Besuch des Microsoft-Chefs war auf jeden Fall die Berichterstattung, die an einen Staatsbesuch eines gekrönten Hauptes erinnerte [APA: "Bill Gates zog in die Hofburg ein"].

"Spektakulär" [APA] war auch Gates' Reise vom Flughafen in die Wiener Innenstadt. Der Konzernchef charterte hierfür eine Helikopter, und die Bundespolizeidirektion Wien erteilte eigens eine Überflugsgenehmigung.

Sicherheit

Auch laut Exekutive wurden anlässlich des Gates-Besuchs Vorkehrungen "ähnlich einem Staatsbesuch" getroffen. Für die Sicherheit des Microsoft-Gründers sorgen nicht nur die eigene Security, sondern auch ein privater Überwachungsdienst, die Staatspolizei und das Polizeieinsatzkommando der WEGA.

Protest

Heftige Kritik kam anlässlich des Gates-Besuchs von der Kommunistischen Partei Österreichs [KPÖ]. Bei einer Aktion am Wiener Heldenplatz rief die Partei dazu auf, Bill Gates zu enteignen und Microsoft unter UNO-Kontrolle zu stellen.

Gates sei "Symbolfigur eines Wirtschaftssystems, das weltweit für Hunger, Elend und Tod verantwortlich" sei. Sein Vermögen sei größer als das Jahreseinkommen der ärmsten 31 Länder der Erde, sagte KPÖ-Frauenvorsitzende Heidi Ambrosch.

Erst am Sonntag hatte Gates auf einer Podiumsdiskussion beim Weltwirtschaftsforum in New York den USA vorgeworfen, zu wenig Entwicklungshilfe zu leisten.

Gates und U2-Rockstar Bono Vox forderten die reichen Länder auf, der Dritten Welt vor allem bei Bildung und Gesundheit mehr zu helfen, um Probleme wie Aids zu lösen.