Bill Gates war in Wien
Sieben Jahre nach seinem letzten Österreich-Besuch kam Bill Gates am Montag anlässlich der Microsoft Developer Conference in der Hofburg wieder nach Wien.
Nach einem Empfang, der einem Staatsbesuch gleichkam, hat Gates eine Keynote-Rede auf der Entwicklerkonferenz zum Thema "The .NET Revolution, Any Time, Any Where, Any Device" im Großen Festsaal der Hofburg gehalten.
Die Rede kann hier als Stream gehört bzw. gesehen werden:
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Treffen mit Schüssel
Nachmittags traf Gates mit Schüssel zusammen, um über "Projekte von Microsoft in den nächsten Jahren" zu sprechen.
Konkret sollten vor allem der Einsatz des Internets im Bereich der elektronischen Verwaltung [E-Government] und im Bildungsbereich diskutiert werden.
Online-Steuererklärung ab 2003Vom Einzug in die Hofburg
Bemerkenswert am Besuch des Microsoft-Chefs war auf jeden Fall die Berichterstattung, die an einen Staatsbesuch eines gekrönten Hauptes erinnerte [APA: "Bill Gates zog in die Hofburg ein"].
"Spektakulär" [APA] war auch Gates' Reise vom Flughafen in die Wiener Innenstadt. Der Konzernchef charterte hierfür eine Helikopter, und die Bundespolizeidirektion Wien erteilte eigens eine Überflugsgenehmigung.
Sicherheit
Auch laut Exekutive wurden anlässlich des Gates-Besuchs Vorkehrungen "ähnlich einem Staatsbesuch" getroffen. Für die Sicherheit des Microsoft-Gründers sorgen nicht nur die eigene Security, sondern auch ein privater Überwachungsdienst, die Staatspolizei und das Polizeieinsatzkommando der WEGA.
Protest
Heftige Kritik kam anlässlich des Gates-Besuchs von der Kommunistischen Partei Österreichs [KPÖ]. Bei einer Aktion am Wiener Heldenplatz rief die Partei dazu auf, Bill Gates zu enteignen und Microsoft unter UNO-Kontrolle zu stellen.
Gates sei "Symbolfigur eines Wirtschaftssystems, das weltweit für Hunger, Elend und Tod verantwortlich" sei. Sein Vermögen sei größer als das Jahreseinkommen der ärmsten 31 Länder der Erde, sagte KPÖ-Frauenvorsitzende Heidi Ambrosch.
Erst am Sonntag hatte Gates auf einer Podiumsdiskussion beim Weltwirtschaftsforum in New York den USA vorgeworfen, zu wenig Entwicklungshilfe zu leisten.
Gates und U2-Rockstar Bono Vox forderten die reichen Länder auf, der Dritten Welt vor allem bei Bildung und Gesundheit mehr zu helfen, um Probleme wie Aids zu lösen.
Aktion
Ihre Kritik am Vermögen von Gates stellte die KPÖ auch in
aktionistischer Form dar: Ein Aktivist badete - als Bill Gates
verkleidet - in einer Wanne voller [nachgemachter] Dollar- und
Euro-Scheine. Die Demonstranten skandierten dabei Parolen wie "Alt
F4 - Ausstieg aus der Windows-Einbahnstraße", "Freiheit für Daten
durch offene Software" und "Linux statt Windows".
Kommunisten gegen Bill Gates
