Kommerzieller DNA-Computer im Testbetrieb
Der japanische Hersteller Olympus Optical hat den nach eigenen Angaben ersten kommerziell verwertbaren DNA-Computer entwickelt.
Er soll bei der Genanalyse helfen und wurde in Zusammenarbeit mit Akira Toyama entwickelt, einem Assistenzprofessor der Tokioter Universität.
Molekularer und elektronischer Rechner
Das System der Japaner besteht aus zwei Teilen - je einem
molekularen und einem elektronischen Rechner. Der erste ermittelt
DNA-Kombinationen von Molekülen, startet chemische Reaktionen und
sucht und ermittelt die gewünschten Resultate.
DNA-Computer von OlympusSechs Stunden statt drei Tage
Sein elektronischer Helfer ist für die Ausführung von Berechnungsprogrammen und die Analyse ihrer Ergebnisse zuständig.
Was bei herkömmlicher manueller Gen-Analyse drei Tage dauert, schafft der Olympus -"Rechner" nach Angaben des Unternehmens in sechs Stunden.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Rechnern, die elektrische Impulse verwenden und immer nur eine Information auf einmal verarbeiten, basiert ein DNA-Computer auf chemischen Reaktionen zwischen DNA-Fragmenten.
Massiv-paralleles Computing
Diese schließen sich zu Ketten zusammen, von denen jede auf eine
mögliche Antwort für ein Problem hinweist. Über eine weitere
Reaktion lassen sich die Ketten voneinander trennen und anschließend
die gewünschte Lösung ausfindig machen. Mehrere Reaktionen können
dabei analog zum massiv-parallelen Computing gleichzeitig ablaufen.
Einführung in DNA-ComputerIm Erfolgsfall ab 2003
Das Unternehmen hatte im Februar vergangenen Jahres eigens das auf die so genannte Genominformatik spezialisierte Joint Venture Novusgene gegründet.
Der DNA-Rechner soll zunächst ein Jahr im Testbetrieb laufen und im Erfolgsfall ab 2003 auch anderen interessierten Wissenschaftlern angeboten werden.
