01.02.2002

DEUTSCHLAND

Bildquelle: orf on

Hersteller sollen Handystrahlung senken

Die deutsche Bundesregierung will Handyhersteller nach einem Pressebericht dazu bewegen, strahlungsärmere Mobiltelefone zu bauen.

Dazu will Bundeskanzler Gerhard Schröder [SPD] die Hersteller in den kommenden Wochen ins Kanzleramt einladen, berichtete der Berliner "Tagesspiegel" unter Berufung auf das Kanzleramt.

Ziel solle eine freiwillige Selbstverpflichtung der Handyhersteller und ein Gütesiegel für strahlungsarme Geräte sein. Die gesetzlich festgelegten Grenzwerte sollten aber nicht angetastet werden.

Industrie protestiert

Im Dezember hatte die Bundesregierung eine vergleichbare Vereinbarung mit den Telekom-Unternehmen getroffen, welche die Sendemasten für Mobiltelefone aufstellen.

Die Hersteller wehren sich jedoch gegen die Einführung eines Siegels. "Das wäre wie eine Senkung der Grenzwerte durch die Hintertür", sagte Uwe Kullnik vom Branchenverband Bitkom dem Blatt.

Ein Gütesiegel würde den Verbraucher in der Scheinsicherheit wiegen, ein Handy mit einem um die Hälfte reduzierten Strahlungswert sei doppelt so sicher. Das sei aber nicht der Fall.

Verbraucherschützer fordern hingegen ein Handysiegel. Manche Mobiltelefone belasteten den Körper bis zu sechs Mal mehr als andere, erklärte die Verbraucher-Initiative in Berlin. "Diese Unterschiede müssen transparent gemacht werden", erklärte ihr Umweltreferent Ralf Schmidt.