Warnstreiks bei Deutscher Telekom

HEUTE
08.05.2006

"Die Aktionäre bekommen immer mehr Geld hintergeworfen, während für die Beschäftigten angeblich nichts übrig ist", sagt die Gewerkschaft und verweist auf die Rekordgewinne der DT.

Vor Beginn der vierten Runde der Tarifverhandlungen bei der Deutschen Telekom am Montag hat die Gewerkschaft Verdi deutschlandweit mehrere tausend Mitarbeiter des Konzerns zu Warnstreiks aufgerufen.

Anlass sei die "unverändert starre Haltung des Arbeitgebers", erklärte die Gewerkschaft in Berlin. "Die Aktionäre bekommen immer mehr Geld hinterhergeworfen, während für die Beschäftigten angeblich nichts übrig ist", hieß es vom Bundesvorstand der Gewerkschaft.

16 Prozent mehr Dividende, ...

Das jüngste Rekordergebnis der Telekom und die Dividendenerhöhung um 16 Prozent seien aber von den Arbeitnehmern erwirtschaftet worden, die an diesem Erfolg ebenfalls beteiligt werden müssten.

Die Deutsche Telekom hatte ihren Gewinn 2005 auf 5,6 Mrd. Euro gesteigert und zahlte den Aktionären die bisher höchste Dividende, Wachstumsmotor war der Mobilfunk.

Heuschrecke, Blackstone

Der US-Investor Blackstone ist zudem Ende April mit 4,5 Prozent neuer Großaktionär der Deutschen Telekom und will das Management "kollegial" unterstützen. Noch vergangenes Jahr hatte der heutige Vizekanzler Franz Müntefering Finanzinvestoren wie Blackstone als Heuschrecken bezeichnet.

... sechs Prozent mehr Lohn

Verdi fordert für die rund 110.000 Mitarbeiter der Telekom-Festnetzsparte in Deutschland unter anderem eine Lohnsteigerung um sechs Prozent sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen.

Der Konzern hat die Forderung bislang zurückgewiesen, ohne selbst ein Angebot vorzulegen. Die neue Gesprächsrunde soll am Montagabend in Berlin beginnen und am Dienstag fortgesetzt werden.

(AFP)