Schlabber-Look schadet Linux

nachlässig
03.05.2006

Peter Quinn, ehemaliger Chef der IT-Abteilung des US-Bundesstaats Massachusetts, kritisiert den vorherrschenden Birkenstock- und Pferdeschwanz-Look der Open-Source-Community und empfiehlt eine Stilberatung für professionelleres Auftreten.

Der laxe Kleidungsstil und das ungepflegte Erscheinungsbild, die in der Open-Source-Gemeinde vorherrschten, seien mit ein Grund, warum der Durchbruch der Software in kommerziellen Umgebungen nur sehr schleppend vonstatten gehe, so Quinn bei der LinuxWorld Conference & Expo in Sydney.

Der erste Eindruck spiele bei Geschäftsgesprächen einfach oft eine entscheidende Rolle, so der IT-Profi. Quinn selbst ist seines Zeichens Open-Source-Befürworter und für den Umstieg des US-Bundesstaats auf das quelloffene OpenDocument-Format verantwortlich.

Bei Treffen der Linux-Community dominiert nach wie vor der Schlabber-Look mit Birkenstock-Schlapfen, ausgewachsenen Haaren, langem Bart und weiten T-Shirts.

"Dress for success"

Das Auftreten von Entwicklern in Sandalen und mit Pferdeschwanz sei schlicht unprofessionell.

Die Community müsse geschäftsmäßiger wirken, um in die von kommerziellen Software-Anbietern dominierten Bereiche vorzudringen.

"Wird ein Projekt von einem professionellen Gesicht verkörpert, fällt es Politikern leichter, Open Source in Betracht zu ziehen," begründet Quinn gegenüber "ZDNet Australia" seine Kritik. Hier liege noch ein langer Lernprozess vor der Community.

Quinn trat Anfang des Jahres nach politischen Querelen rund um sein Open-Source-Engagement zurück.

IT-Mitarbeiter am schlechtesten gekleidet

Quinn ist nicht der Erste, der den vorherrschenden Kleidungsstil in der Computerbranche bemängelt.

Eine australische Modeexpertin hatte die Mitarbeiter der IT-Branche Ende 2005 zu den "am schlechtest gekleideten" gekürt.

Zu den schlimsten Stilfehlern der "Techies" zählten unter anderem kurzärmelige T-Shirts, schlechte Materialien und die falsche Sockenfarbe, so Melanie Moss.

Es gehe nicht darum, Anzüge zu tragen, aber man solle sich seine Kleidung schon etwas kosten lassen. T-Shirts in guter Qualität und "flotte" Hosen seien demnach ausreichend, solange sie zusammenpassen.