Online-Fake als Investmentwarnung
Die Security and Exchange Commission, angesehene Hüterin des US-Börsewesens, hat sich im Kampf gegen Investmentbetrügereien zu einem unkonventionellen Schritt entschlossen.
Die Börsenaufsicht hat am Freitag eine Pressemitteilung ausgesandt, in der der Börsegang eines Unternehmens angekündigt wurde, das in Wirklichkeit gar nicht existiert.
Wie der gefakten Pressemitteilung zu entnehmen war, sollte McWhortle Enterprises, ein Spezialist für biologische Abwehrsysteme, am 30. Januar dieses Jahres an die Börse gehen. Die Mitteilung wurde via PRNewswire versandt, die auch Finanznachrichten verbreiten.
Jahrelange Erfahrung
Im Text war der Link zu einer Website angegeben, die das
Unternehmen in den höchsten Tönen lobt. Demnach sei McWhortle ein
Branchenprimus mit jahrelanger Erfahrung, dessen Killerapplikation
ein Detektor darstellt, der biologische Gefahren aus Entfernungen
von mehr als 50 Fuss erkennen kann.
McWhortle.com [derzeit offensichtlich von potentiellen Investoren überlastet]You could get scammed
Von dort ist der potentielle Investor nur wenige Klicks von der Investmentabteilung des nichtexistierenden Unternehmens entfernt, wo es heisst: "If you responded to an investment idea like this... You could get scammed!".
Die gesamte Website, so liest man weiter, sei pure Erfindung. Sie solle dazu dienen, Investoren auf die Gefahren von unüberlegten Investments aufmerksam zu machen.
Die Security and Exchange Commission [SEC] hat seit den Vorfällen vom 11. September Schritte gegen vier Unternehmen unternommen, die auf den Anthrax-Zug aufspringen wollten und mit Anti-Terrorismus-Technologie warben. Im damaligen Börsenumfeld, wo die Aktienkurse vonHerstellern von Flugsicherheitssystemen innerhalb von Stunden um mehrere hundert Prozent explodierten, hatte die SEC ein besonders wachsames Auge auf derartige Ankündigungen geworfen.
