25.01.2002

FINGERHAKELN

Bildquelle: FuZo

Microsoft hält AOL für "unkooperativ"

Im Rechtsstreit mit AOL Time Warner hat der Softwareriese Microsoft dem klagenden Medienkonzern vorgeworfen, wichtige Dokumente zurückzuhalten.

Darin sei aufgeführt, wie AOL die neun US-Bundesstaaten unterstützt habe, die auf schärfere kartellrechtliche Strafen gegen den weltweit größten Software-Hersteller drängen, teilt Microsoft mit.

In der am Dienstag eingereichten Klageschrift habe AOL es versäumt, seine Kontakte zu den neun Bundesstaaten offen zu legen.

AOL-Zeugen von der Aussage ausschließen

AOL hinterlegte bei Gericht den Angaben zufolge bisher 851 Seiten an Dokumenten. Microsoft beantragte bei dem zuständigen Gericht, von AOL die Aushändigung weiterer Unterlagen zu verlangen. Darüber hinaus solle das Gericht alle von AOL benannten Zeugen von der Aussage ausschließen.

Ein AOL-Sprecher war zunächst nicht zu einem Kommentar bereit, kündigte aber an, dass das Unternehmen später Stellung beziehen werde.

Im Streit um den einst marktführenden Internet-Browser Netscape hatte AOL den Software-Riesen am Dienstag auf Schadenersatz verklagt.

AOL-Aktie verliert

Im Kartellverfahren der US-Regierung gegen Microsoft hatte sich das Justizministerium mit dem Konzern auf einen Vergleich geeinigt. Dem hatten sich lediglich neun der 18 ebenfalls klagenden US-Bundesstaaten angeschlossen.

Die restlichen neun Staaten verweigern sich bisher dem Kompromiss und fordern strengere Sanktionen gegen Microsoft.

Der Kurs der AOL-Aktie verlor am Donnerstag an der Wall Street in einem freundlichen Marktumfeld 2,71 Prozent auf 28,02 Dollar, während die Anteilsscheine von Microsoft 1,35 Prozent auf 64,60 Dollar zulegten.