24.01.2002

145.827 KHZ

Bildquelle: nasa

Ein Satellit aus dem Bastelkeller

Schon seit vier Monaten befindet sich ein Kommunikationssatellit in der Umlaufbahn, der im Wortsinn aus dem Bastelkeller kommt.

Wie schon der Name "Protoype Communications Satellite" [PCSat] sagt, war das würfelförmige, knapp 13 Kilogramm schwere Gebilde nur als Testobjekt gedacht.

Baumarkt-Orbiter

Die Gesamtkosten für PCSat betrugen nur 50.000 USD, er wurde am 29. September von einem "Athena"-Carrier in Kodiak, Alaska, in seine Umlaufbahn gehoben.

Die Bauteile kamen teilweise aus dem Baumarkt. Seine Energie bezieht der Satellit aus zwei Dutzend handelsüblicher AA-Akkus, die über Solarpanels wieder aufgeladen werden.

Nach Angaben seiner Hersteller ist dieser 44. für Radioamateure konstruierte Satellit, der ohne echte CPU auskommt, womöglich in der Lage, bis zu drei Jahre funktionsfähig zu bleiben.

Offene Nutzung

PCSat erweist sich nicht nur als weitaus widerstandsfähiger als gedacht, er erfreut sich auch zunehmender Beliebtheit, da er von jedem Radioamateur, der sich innerhalb des 3.500 Kilometer langen Footprint befindet, benützt werden kann.

Einzige Voraussetzung ist das bei Funkamateuren gebräuchliche digitale Datenfunk-Equipment über VHF-Kanäle, der Downlink benutzt die Frequenz 145.827 kHz.

Die Verbindung ist zwar entsprechend langsam, nämlich 1.200 Baud, für Einhandsegler und andere Reisende in einsamen Weltgegenden trotzdem genug, um einfache Botschaften abzusetzen und über einen öffentlichen Sammelkanal zu empfangen.

Echtes Relaying und Adressing sind zu Gunsten allgemeiner Benützbarkeit dem guten Stück versagt geblieben.