Intel steuert auf Sanierungskurs
Der weltgrößte Chip-Hersteller Intel will sein Geschäft restrukturieren, um Marktanteile zurückzugewinnen und wieder mehr zu verdienen.
Bis zum Sommer werde das Unternehmen alle Geschäftsbereiche unter die Lupe nehmen, kündigte Intel-Chef Paul Otellini an. Auch die hohen Lagerbestände sollen reduziert werden.
Intel hatte zuletzt die immer stärkere Konkurrenz des Branchenzweiten AMD zu spüren bekommen. Im vergangenen Quartal war der Intel-Gewinn auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren eingebrochen, die Prognosen für das Gesamtjahr wurden gekappt.
Weniger Ausgaben, evt. Verkäufe
Otellini kündigte an, die Ausgaben sollten in diesem Jahr um eine Milliarde Dollar [806 Mio. Euro] gesenkt werden. Details nannte er nicht. Ziel sei es aber, sich fit für das veränderte Marktumfeld zu machen.
Branchenexperten schließen auch den Verkauf schlecht laufender Geschäftsteile nicht aus.
Intel verzeichnete im Ende März abgelaufenen Quartal Lagerbestände im Wert von über 3,5 Mrd. Dollar. Das ist das höchste Niveau seit dem Platzen der Internet-Blase.
Intel hatte kürzlich mit "Vpro" einen Chip angekündigt, der für den Einsatz in Unternehmen zugeschnitten ist.
AMD bei Servern gefährlich
Im Juni will Intel seinen neuen Server-Chip "Woodcrest" auf den Markt bringen und so dem Erfolg des Rivalen AMD in diesem Marktsegment entgegentreten. AMD hatte Intel im vergangenen Jahr vor allem im Servermarkt zugesetzt.
Im ersten Quartal 2006 stieg der AMD-Marktanteil bei Auslieferungen auf 22,1 Prozent verglichen mit 16,4 Prozent Ende des vorigen Jahres, wie die Experten von Mercury Research berechneten.
(dpa)
