23.01.2002

PS2 VS. XBOX

Bildquelle: Sony

Breitband für die Playstation

Sony will seinen japanischen Playstation-2-Besitzern schon bald ein Online-Service anbieten.

Ende 2001 gründete Sony Computer Electronics [SCE] gemeinsam mit NTT-Broadband-Initiative, Sony Communication Network, Softbank Group, Usen Broad Networks und der Sony Coporation ein neues Content-Providing-Unternehmen mit dem Namen AII [Advanced Internet Integration] Incorporation.

Mit diesen Partnerschaften ist SCE nun in der Lage, in Japan ein Content-Service über Breitband zu starten.

Spiele, Musik und Filme auf der PS2

Das Service soll nicht nur Computerspiele, sondern auch Musik und Filme auf die PS2 bringen.

Sonys Strategie steht damit im direkten Gegensatz zu den eher pessimistischen Standpunkten seiner Mitbewerber.

Nintendo untersucht noch den Gebrauch von Breitband-Netzwerken, hat aber noch kein konkretes Modell entwickelt. Und auch Microsoft erwägt erst ein etwaiges Online-Gaming über das Internet.

Alles aus einer Hand

SCE hingegen hat bereits ein komplettes Content-Delivery-Modell für die PS2 entwickelt.

Sonys Strategie dabei ist es, von der Hardware bis zum Vertrieb des Inhalts alles aus eigener Hand anzubieten. Das System ähnelt dabei dem Internet-Service für Mobiltelefone wie zum Beispiel Japans NTT-DoCoMo-i-Mode-Service.

SCE hat außerdem ein eigenes System entwickelt, um Inhalte auch urheberrechtlich schützen zu können. Dieses System soll anhand der ID der jeweiligen PS2-Konsole und der ID der CD oder DVD ausschließlich kontrollierten Zugang zu den Inhalten bieten. Die Zuordnung dieser IDs ist möglich, da SCE alleiniger Distributor der Konsolen wie auch der Medien ist.

Der Breitband-Adapter, den PS2-Besitzer benötigen, um den Dienst zu nutzen, soll einfach vom Netzbetreiber gemietet werden können, und mit dem nötigen Firmware-Update ist jede PS2 sofort Internet-tauglich.

Sieben Millionen PS2s in Japan

Obwohl SCE durch die ID-Kontrolle genaue Informationen über seine User haben wird und so bestimmten Zielgruppen maßgeschneiderte Informationen zukommen lassen kann, wird es vorerst nicht einfach sein, das Service im B2B-Bereich zu vermarkten.

Sieben Millionen Japaner besitzen zurzeit zwar eine PS2, es ist jedoch unwahrscheinlich, dass jeder auch über ein Breitband-Internet-Verbindung verfügt.

Um für den B2B-Markt attraktiv zu werden, muss SCE erst einmal mit attraktiven Angeboten dafür sorgen, dass sich einige Millionen PS2-Gamer dazu entschließen, mit ihrer Konsole online zu gehen.