Breitband für die Playstation
Sony will seinen japanischen Playstation-2-Besitzern schon bald ein Online-Service anbieten.
Ende 2001 gründete Sony Computer Electronics [SCE] gemeinsam mit NTT-Broadband-Initiative, Sony Communication Network, Softbank Group, Usen Broad Networks und der Sony Coporation ein neues Content-Providing-Unternehmen mit dem Namen AII [Advanced Internet Integration] Incorporation.
Mit diesen Partnerschaften ist SCE nun in der Lage, in Japan ein Content-Service über Breitband zu starten.
Sony macht mit PS2-Vernetzung Ernst
Sony Computer Entertainment, die Unterhaltungssparte des
Elektronikriesen, und der Internet-Zugangsanbieter Sony
Communication Network wollen gemeinsam mit der japanischen
Broadband-Initiative Videospiele anbieten, die online gespielt
werden können.
Sony-PartnerschaftenSpiele, Musik und Filme auf der PS2
Das Service soll nicht nur Computerspiele, sondern auch Musik und Filme auf die PS2 bringen.
Sonys Strategie steht damit im direkten Gegensatz zu den eher pessimistischen Standpunkten seiner Mitbewerber.
Nintendo untersucht noch den Gebrauch von Breitband-Netzwerken, hat aber noch kein konkretes Modell entwickelt. Und auch Microsoft erwägt erst ein etwaiges Online-Gaming über das Internet.
Neue PS2 mit Festplatte
Sony bietet in Japan eine neue Version der PS2 an. Neu ist ein
Erweiterungsslot, der unter anderem für eine Festplatte gedacht ist.
Diese wird mit 40 GB ausgeliefert werden und besitzt ein
100-MBit/s-Interface zur Datenübertragung.
40-GB-PS2-FestplatteAlles aus einer Hand
SCE hingegen hat bereits ein komplettes Content-Delivery-Modell für die PS2 entwickelt.
Sonys Strategie dabei ist es, von der Hardware bis zum Vertrieb des Inhalts alles aus eigener Hand anzubieten. Das System ähnelt dabei dem Internet-Service für Mobiltelefone wie zum Beispiel Japans NTT-DoCoMo-i-Mode-Service.
SCE hat außerdem ein eigenes System entwickelt, um Inhalte auch urheberrechtlich schützen zu können. Dieses System soll anhand der ID der jeweiligen PS2-Konsole und der ID der CD oder DVD ausschließlich kontrollierten Zugang zu den Inhalten bieten. Die Zuordnung dieser IDs ist möglich, da SCE alleiniger Distributor der Konsolen wie auch der Medien ist.
Der Breitband-Adapter, den PS2-Besitzer benötigen, um den Dienst zu nutzen, soll einfach vom Netzbetreiber gemietet werden können, und mit dem nötigen Firmware-Update ist jede PS2 sofort Internet-tauglich.
i-Mode
In Japan ist der mobile Internet-Dienst i-mode eine Erfolgsstory.
Innerhalb von zwei Jahren hatte NTT DoCoMo, das an der
niederländischen KPN Mobile beteiligt ist, mit i-mode nach eigenen
Angaben rund 29,5 Millionen Abonnenten gewonnen. Mit dem Dienst
können interaktive Spiele, E-Mail, E-Commerce-Angebote, Verkehrs-,
Reise- und Finanzinformationen sowie regional unterschiedliche
Services genutzt werden.
i-mode ab April 2002 in EuropaSieben Millionen PS2s in Japan
Obwohl SCE durch die ID-Kontrolle genaue Informationen über seine User haben wird und so bestimmten Zielgruppen maßgeschneiderte Informationen zukommen lassen kann, wird es vorerst nicht einfach sein, das Service im B2B-Bereich zu vermarkten.
Sieben Millionen Japaner besitzen zurzeit zwar eine PS2, es ist jedoch unwahrscheinlich, dass jeder auch über ein Breitband-Internet-Verbindung verfügt.
Um für den B2B-Markt attraktiv zu werden, muss SCE erst einmal mit attraktiven Angeboten dafür sorgen, dass sich einige Millionen PS2-Gamer dazu entschließen, mit ihrer Konsole online zu gehen.
