Der Pontifex über das Internet
Papst Johannes Paul II. hat heute vor einer missbräuchlichen Verwendung des Internets gewarnt.
Das Netz sei ein "wunderbares Instrument", das zur Verkündigung des Glaubens eingesetzt werden sollte, berge aber auch Gefahren.
Der Papst im Original-Ton:
"Die neue Welt des Cyberspace spornt die Kirche zu dem großen
Abenteuer an, sein Potenzial für die Verkündigung der
Evangeliumsbotschaft zu nutzen. [...] Zweifellos kann das Internet
nicht jene tief greifende Gotteserfahrung ersetzen, die allein das
unmittelbare liturgische und sakramentale kirchliche Leben bieten
kann, dennoch stellt es eine einzigartige Ergänzung und
Unterstützung dar."
Der Wortlaut der ganzen Rede des PapstesKaum Werte
Der Staat müsse sicherstellen, dass das Internet dem Gemeinwohl diene und keinen Schaden anrichte, sagte der 81-jährige Papst in seiner Botschaft zum "Tag der sozialen Kommunikationsmittel".
Über das Internet würden sehr viele Informationen, aber kaum Werte vermittelt, gab er zu bedenken.
Der Papst im Original-Ton:
"Das Internet vermittelt umfassende Kenntnisse, aber es lehrt
keine Werte; und wenn Werte keine Beachtung mehr finden, dann wird
unsere menschliche Natur selbst erniedrigt, und allzu leicht
verliert der Mensch seine transzendente Würde aus den Augen. Trotz
seines enormen positiven Potenzials sind wir uns alle jener
entwürdigenden und schädlichen Nutzungsmöglichkeiten des Internets
durchaus bewusst, und zweifellos liegt es im Verantwortungsbereich
des Staates, sicherzustellen, dass dieses hervorragende
Kommunikationsmittel dem Gemeinwohl dient und nicht zur
Gefahrenquelle wird."
VatikanChancen
Das Oberhaupt der katholischen Kirche hatte in der Vergangenheit wiederholt auf die Chancen hingewiesen, die das Internet bietet.
So hatte er Ende des Vorjahres erstmals ein päpstliches Dokument vor laufenden Kameras per E-Mail nach Ozeanien geschickt.
Der Papst im Original-Ton:
"Wird durch diese aus Bildern und Tönen bestehende Galaxis das Antlitz Christi sichtbar und seine Stimme hörbar werden? [...] Die Frohbotschaft unserer Erlösung wird das Internet zu einem wahrhaft menschlichen Bereich machen, denn wo kein Platz für Christus ist, da ist auch kein Platz für den Menschen. [...] Anlässlich dieses Welttags der sozialen Kommunikationsmittel wage ich es daher, die gesamte Kirche aufzufordern, mutig diese neue Schwelle zu überschreiten."
