19.01.2002

MORPHEUS & CO.

Bildquelle: FuZo

Tauschbörsen machen Kino überflüssig

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen [GVU] ist besorgt über die erhebliche Zunahme von Raubkopien im Filmbereich.

"Seit etwa einem Jahr betrifft das Geschäft mit Raubkopien nicht mehr nur die Musikindustrie. Man muss jetzt dringend etwas tun, sonst könnte es schlimmsten Falls dahin kommen, dass die Leute nicht mehr ins Kino gehen, weil sie sich illegale Filmkopien aus dem Internet herunterladen", befürchtet der GVU-Jurist Jan Scharringhausen in Hamburg.

"Im Kinosaal heimlich abgefilmt"

"Viele aber treiben mit digital geklauten Filmen in bester Originalqualität regen Handel vom PC aus. Und Internet-Tauschbörsen bieten brandneue Filme zum Download an, die gerade erst im Kino gestartet sind und dort - wenn auch in minderer Qualität - heimlich abgefilmt wurden", weiß Scharringhausen.

Original-DVDs, die gerade erst in den Handel gekommen seien, würden heute trotz Kopierschutz sofort geknackt.

"Viele Fachmagazine geben detaillierte Erklärungen, wie das geht."

Verdeckte Mitarbeiter in Tauschbörsen

In Deutschland müssten die Copyright-Richtlinien der EU noch umgesetzt werden, sagte Scharringhausen.

Den Urhebern müsste zumindest ein bestimmter Zeitraum gesetzlich garantiert werden, in dem nur sie die Auswertungsrechte hätten.

"Das Problem ist: Wie bringt man die Leute, die Anleitungen zum Knacken von Codierungen geben, dazu, solche Fristen einzuhalten." Den Internet-Tauschbörsen sei schwer beizukommen. "Wir versuchen es mit Mitarbeitern, die sozusagen verdeckt im Internet dabei sind."