17.01.2002

HIRNAKTIVITÄT

Bildquelle: FuZo

Computer mit Gedanken steuern

Dank ausgeklügelter Technik können so genannte "Locked in"-Patienten rein durch ihre Gedanken mit der Umwelt kommunizieren, obwohl sie keine Muskelfaser in ihrem Körper willentlich bewegen können.

Wie Niels Birbaumer, Psychologe an der Universität Tübingen, bei einem Vortrag in Wien gezeigt hat, können manche seiner "Locked in"-Patienten mit entsprechender Übung sogar selbstständig im Internet surfen.

PC hilft bei Kontrolle der Gehirnaktivität

Um mit ihren völlig gelähmten Patienten kommunizieren zu können, leiten die Tübinger Forscher unter anderem Gehirnströme ab. Ein Computer erfasst diese Muster und lässt auf dem Bildschirm einen Punkt erscheinen.

Ändern sich die Gehirnströme, so wandert der Punkt über den Bildschirm. Nach und nach lernt der Patient mit dem Computer seine Gedanken so zu ordnen, dass er den Punkt in eine gewünschte Richtung bewegen kann.

Geübte Patienten surfen im Internet

Später lernen die Patienten Worte und Sätze zu formulieren. Dazu laufen am Bildschirm Buchstaben ab, erscheint der gewünschte, denkt der Patient nach einem bestimmten Muster und übermittelt dem Computer gleichsam ein Ja.

Der Buchstabe bleibt stehen und wird dem Wort oder dem Satz angefügt. Pro Buchstabe brauchen geübte Patienten 15 bis 20 Sekunden.

Ist die Sprache über den Computer einmal erlernt, so lassen sich über die Gedanken auch Befehle ausführen, der Patient kann beispielsweise sogar im Internet surfen.