16.01.2002

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Motorola verkauft GPRS-Technologie

Der weltweit zweitgrößte Mobilfunkhersteller Motorola hat einen ersten Vertrag über die Veräußerung von Produktionstechnologie für Mobiltelefone an andere Hersteller abgeschlossen.

Motorola teilte heute mit, der taiwanische Handy-Hersteller Benq werde für eine nicht genannte Summe Produktionstechnologie für Mobiltelefone erhalten, die auch für schnellen Datentransport nach dem GPRS-Standard geeignet seien.

Der bisher als Acer Communications and Multimedia firmierende Hersteller Benq wird den Angaben zufolge unter anderem elektronische Bauelemente und Software von Motorola für die Produktion eigener Geräte bekommen.

Neue Erlösquellen

Mit der Überlassung der Technologie zur Herstellung von Mobiltelefonen will sich Motorola neue Erlösquellen erschließen, da mit einem größeren Absatz der Mobiltelefonchips gerechnet wird. Als Folge des neuen Geschäftsmodells hatte Motorola eine Konzentration der Hersteller auf Marketing, technische Details und Design vorausgesagt.

Mit dem Vertragsabschluss wird Motorola erstmals nicht nur seine Chips, sondern eine ganze Produktionslinie einschließlich der Baupläne an Konkurrenten abgeben. Benq begründete den Kauf der Mobilfunktechnologie mit geplanten Kostensenkungen und einer kürzeren Entwicklungszeit.

Befürchtungen über Beeinträchtigungen des eigenen Geschäfts war Motorola mit der Absichtserklärung entgegengetreten, keine fortschrittliche Technologie und modernes Design zu veräußern. "Die einfache Mobilfunktechnologie ist so standardisiert, dass sich ein Hersteller darüber nicht mehr von der Konkurrenz unterscheiden kann", hatte es bei Motorola geheißen.

Rekordjahr 2000

Motorola hatte sich lange Zeit auf die in den USA verbreitete analoge Mobilfunktechnik konzentriert, war jedoch zuletzt hinter Nokia der weltweit zweitgrößte Handy-Produzent. Nach dem Boomjahr 2000 mit einem Rekordabsatz von weltweit rund 425 Millionen Handys wurde für das abgelaufene Jahr nicht mit einem Absatzzuwachs gerechnet.