Einheitlicher Standard für Desktop-Linux

LSB 3.1
22.04.2006

Die Free Standards Group hat sich auf einen Standard von notwendigen Komponenten für das freie Betriebssystem Linux geeinigt.

Version 3.1 der Linux Standard Base [LSB] soll nun erstmals auch Linux-Distributionen für den Desktop abdecken.

Damit soll es nicht nur für Entwickler, sondern in weiterer Folge auch für Nutzer leichter werden, bestimmte Programme für unterschiedliche Linux-Versionen zu entwickeln bzw. darauf einzusetzen.

Standard für Linux-Distributionen

Die erste entsprechende Desktop-Distro wird von Xandros am 1. Mai ausgeliefert, Novell, Red Hat, Debian, Ubuntu und weitere sollen folgen.

Die Free Standards Group [FSG] hat sich bereits seit längerem einer gewissen Vereinheitlichung verschrieben, die darauf abzielt, die Platzierung notwendiger Programmbibliotheken zumindest teilweise zu standardisieren.

Zur FSG gehören alle namhaften Linux-Distributoren wie Red Hat, Novell, MandrakeSoft aber auch Firmen wie HP, Dell, IBM, Intel oder Google.

Kein einheitlicher Aufbau

Da freie Software [Open Source] von jedem weiter entwickelt werden kann, ist der Aufbau der diversen Programme und auch Linux-Versionen selbst mitunter sehr unterschiedlich.

Dies kann zu Kompatibilitätsproblemen führen, da üblicherweise nicht zwingend festgeschrieben ist, wo bestimmte Programmkomponenten abgelegt werden bzw. zu finden sind.

Mehr Freiheit für Anwendungen

Findet ein Programm notwendige Komponenten nicht, weil sie in der genutzten Linux-Version an einem anderen Ort gespeichert ist, läuft auch das Programm nicht oder nur eingeschränkt.

Langfristiges Ziel der Vereinheitlichung ist es, dass Nutzer sich nicht darüber Gedanken machen müssen, welche Software nun auf welcher Linux-Distro läuft oder auch nicht – ein vor allem für Entwickler nicht zu unterschätzender Vorteil eines einheitlichen Betriebssystems wie Windows.

Durch diese Vereinheitlichung soll laut FSG-Chef Jim Zemlin auch die Verbreitung von Linux vorangetrieben werden.

(AP)