15.01.2002

DEUTSCHLAND

Bildquelle: waldt

eBay entfernt Nazi-Devotionalien

Nachdem der deutsche Verfassungsschutz eBay mit juristischen Schritten drohte, weil indizierte Ton- und Bildträger verkauft wurden, hat eBay alles, was eindeutig Tatbestände der Wiederbetätigung erfüllt, von seiner Website entfernt.

Es habe sich um eine Zahl im dreistelligen Bereich gehandelt, sagte ein Sprecher des Online-Auktionshauses, das nach eigenen Angaben täglich Zugriff auf rund eine Million Verkaufsangebote bietet.

"eBay ist nur Opfer und hat schnell reagiert", sagte der Sprecher des brandenburgischen Verfassungsschutzes, Heiko Homburg. Nachdem viele Strukturen von der Polizei durch Razzien zerschlagen worden seien, habe die Szene allgemein zugängliche Vertriebsmöglichkeiten genutzt.

Der Interessenverband des Video- und Medienfachhandels in Deutschland [IVD] hat hinggegen schwere Anschuldigungen gegen eBay erhoben. Laut IVD sei eBay "keineswegs Opfer von Rechtsradikalen geworden, sondern hat sich dieses Treiben seit gut 18 Monaten gefallen lassen und an jedem der illegalen Angebote verdient".

Geschichte

Der Interessenverband hat eBay nach eigenen Angaben im Juli 2000 über "das Problem" informiert.

"Da sich das Unternehmen nicht genügend um die Verhinderung solcher Angebote gekümmert" habe, hat der IVD zudem im Juli 2001 eine einstweilige Verfügung gegen eBay beantragt und erhalten.

Die einstweilige Verfügung wurde allerdings schon im November vom Landgericht Potsdam wieder aufgehoben.

Wenn Dritte eBay auf die illegale Herkunft oder illegale Inhalte eines Angebots aufmerksam machen, muss dieses Angebot ohnehin sofort gelöscht werden. Der IVD hat Berufung gegen dieses Urteil eingelegt.