15.01.2002

ALLES IT

Bildquelle: waldt

Forderungen zur "digitalen Wirtschaft"

Heute wurde von den vier Sozialpartnern die Studie "Digitale Wirtschaft" präsentiert, die einen umfassenden Überblick über die bisherige Entwicklung der IT-Branchen in Österreich und die Auswirkungen der Technologien auf [fast] alle anderen Branchen gibt.

Bei der Präsentation der Studie wurden zudem Forderungen zur Förderung der heimischen "digitalen Wirtschaft" gestellt, die "entscheidende Beschäftigungsimpulse" und neue Arbeitsplätze bringen soll.

Einig sind sich die Sozialpartner dabei über die Wichtigkeit, Experten im eigenen Land auszubilden, statt Fachleute über Green Cards ins Land zu holen.

Die Entwicklung

Der Vorsitzende des Beirates, Richard Leutner, stellte zunächst fest, dass sich die Veränderungen im Informations- und Kommunikationsbereich [IKT] erst in einem frühen Stadium befinden, die aber nicht nur die Volkswirtschaft, sondern die gesamte Gesellschaft betreffen.

Die Beschäftigung in der IKT ist in den vergangenen beiden Jahren sprunghaft angestiegen. Im Mai 2001, so Leitl, waren in diesem Bereich in Österreich mehr als 111.000 Personen beschäftigt, was gegenüber Mai 1999 einem Zuwachs von fast zwölf Prozent entspricht.

Im Vorjahr wurde in der IKT-Sparte ein Umsatz von 28,5 Milliarden Euro erwirtschaftet.

In den IKT-verwandten Bereichen geht man von über 200.000 Beschäftigten aus. Allein die Betreiber von mobilen Telekommunikationsnetzen haben in den vergangenen drei Jahren direkt und indirekt rund 10.000 Arbeitsplätze geschaffen, unterstrich Christoph Leitl [WKÖ].

Forderungen

Für die Zukunft wünscht sich Leitl ein umfassendes IKT-Konzept von Regierung und Sozialpartnern mit dem Ziel, Wertschöpfung, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung zu steigern.

Dazu gehört auch die Sicherung "eines gleichmäßigen Netzzugangs und des öffentlichen Zugangs der Bevölkerung zu Informationsdiensten".

Durch Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sollen zudem möglichst alle Österreicher mit digitalen Technologien umgehen können.

Bis zum Jahr 2003 werden ohnehin 13.000 zusätzliche Spezialisten gebraucht, verwies Leitl auf eine WIFO-Studie. Es wäre ein geradezu "fataler Fehler", Fachkräfte über Green Cards zu holen, meinte dazu Verzetnitsch. Der Schwerpunkt müsse in der eigenen Aus- und Weiterbildung im eigenen Land liegen.

Anreize schaffen

Mit Hinweis auf die in der vorliegenden Studie kritisierten Schwachstellen der Förderungspolitik fordert Leitl auch eine Ausweitung des Forschungsfreibetrages auf Aufwendungen für Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens und für Softwareentwicklung.