DVD-Kopierschutz-Hacker vor Gericht
Der norwegische Staat erhebt Anklage gegen den 18-jährigen Jon Johansen, Programmierer der DVD-Entschlüsselungssoftware DeCSS.
Diese Software hebelt CSS, den Kopierschutz für DVDs, aus. Die Behörden stützen sich bei der Anklage auf ein Gesetz, das bisher nur im Zusammenhang mit Cracking-Angriffen auf Banken zum Einsatz kam.
EFF: Druck der Hollywood-Studios nachgegeben
Die Electronic Frontier Foundation wirft den norwegischen
Behörden vor, dem Druck der Hollywoodstudios nachgegeben zu haben.
EFF-StatementDVD-Player unter Linux
Das Programm entstand rund um die Versuche einer weltweit verstreuten Gruppe von Programmierern, DVD-Player auch unter Linux zum Laufen zu bringen.
Johansen veröffentlichte DeCSS im Rahmen des Open-Source-Projekts LiVi, das einen DVD-Player für das Linux-Betriebssystem entwickelte.
Die Anklage kommt zwei Jahre nachdem die norwegische Wirtschaftspolizei ØKORIM nach einem Hinweis der US-Filmindustrie, die Wohnung der Familie stürmte, zwei PCs beschlagnahmte und Johansen sieben Stunden lang verhörte. Der Norweger war zu diesem Zeitpunkt erst 15 Jahre alt.
Paragraph gegen "Umgehen von Sicherungen"
ØKORIM klagt Johansen nach Paragraph 145[2] an, der den Einbruch
in Systeme im Besitz Dritter für die Informationsbeschaffung
verbietet. Das Gesetzt verbietet auch das Umgehen von Sicherungen,
zur rechtswidrigen Beschaffung von Daten.
Rechtsstreit um DVD-Kopiertool geht weiterZwei Jahre Haft
Im Falle einer Verurteilung drohen Johansen zwei Jahre Haft.
Allerdings hat er das Programm nur für seine eigenen DVDs benutzt.
Der Jugendliche gewann für DeCSS im Jahr 2000 den staatlichen Karoline-Preis.
