Viacom bringt Pay-TV für Homosexuelle
MTV Networks und Showtime, beide im Besitz des US-Konzerns Viacom, planen einen Fernsehsender für Homosexuelle.
Die monatliche Gebühr für das Pay-TV-Angebot, für dessen Vertrieb Kabelnetzwerke wie HBO und Showtime vorgesehen sind, soll rund fünf bis sechs Dollar kosten, berichtet die "New York Times".
Einhellige Begeisterung
Die beiden Viacom-Ableger haben demnach bereits Zuschauerumfragen
durchgeführt, nach denen es in der Zielgruppe für das Senderkonzept
nahezu einhellige Begeisterung gibt. Den Homosexuellen-Anteil an den
amerikanischen Fernsehhaushalten beziffert Viacom mit rund 6,5
Prozent.
Die Zukunft der MedienlandschaftSpielfilme, Nachrichten, Talk-Shows
Einen definitiven Zeitplan gibt es für das Projekt noch nicht.
So muss das Konzept erst Kabel- und Satellitenbetreibern, die für die Verbreitung in Frage kommen, präsentiert werden. Geht es aber nach den Plänen des Senior Vice President der MTV Digital Group, Gene Falk, könnte der Sender noch innerhalb eines Jahres starten.
Das Konzept sieht sowohl eigene Fernsehserien als auch Übernahmen vor. Daneben sollen Spielfilme, Nachrichten, Talk- und Comedy-Shows sowie Reisesendungen präsentiert werden.
Vernachlässigte Zielgruppen
Mark Greenberg, Executive Vice President for Business Development
bei Showtime, verglich das Potenzial des geplanten Senders mit
anderen Viacom-Projekten wie dem Kinderkanal Nickelodeon und MTV,
die sich alle an vernachlässigte Zielgruppen gewandt hätten.
MTV bringt Multimedia-PC392 Milliarden Euro Kaufkraft
Die Zielgruppe der Homosexuellen ist in den USA auch für die Werbewirtschaft überaus attraktiv.
Greenberg bezifferte ihre Kaufkraft gegenüber der "NYT" mit rund 350 Milliarden Dollar [392 Mrd. Euro] pro Jahr.
Die offene Präsenz von Homosexuellen im US-Fernsehen hat mit Sendungen wie der NBC-Show "Will and Grace" und "Queer As Folk" von Showtime in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Ein eigener Kabelkanal würde diesen Trend aber laut "NYT" auf eine neue Ebene bringen.
