10.01.2002

STATISTIK

Bildquelle: orf on

Wie Österreichs IT-Selbstständige arbeiten

Über 12.000 Freelancer arbeiten in Österreich als Einzelunternehmen mit EDV-Gewerbeschein.

Nach Studien sind etwa gleich viele Freelancer als neue Selbstständige oder freie Dienstnehmer tätig, in Summe also weit über 20.000 Personen.

In einer Online-Umfrage wurde jetzt versucht, Details über die Arbeitsbedingungen und die Sitution der IT-Freelancer in Erfahrung zu bringen.

Die Umfrage wurde vom "Marktplatz für Selbständige", "MyFreelancer" und der "Computerwelt" im Oktober und November durchgeführt.

Zwei Drittel ohne Uni-Abschluss

Laut der Umfrage sind die Freelancer relativ gleichmäßig über die verschiedenen Altersgruppen verteilt. Die überwiegende Mehrheit [89 Prozent] ist männlich, nur elf Prozent der Freelancer sind Frauen.

Mehr als ein Drittel [37 Prozent] weist einen Studienabschluss auf [Universität oder FH], 35 Prozent eine Matura, 24 Prozent eine andere Berufsausbildung.

Für die Mehrheit der Freelancer ist die Selbstständigkeit das bervorzugte Arbeitsmodell [67 Prozent]. Weitere 21 Prozent sehen die Selbstständigkeit als gleichgestellte Alternative zu einer Festanstellung.

Einkommen

Die Mehrheit der Freelancer glaubt, dass sie als Selbstständige besser [51 Prozent] oder gleich viel [26 Prozent] verdient wie in einer Festanstellung.

Die Stundensätze der Freelancer variieren allerdings stark: 26 Prozent der Freelancer verdienen zwischen 500 und 750 ATS [36 bis 54 Euro] pro Stunde, 27 Prozent zwischen 750 und 1.000 ATS [54 bis 73 Euro] und 24 Prozent zwischen 1.000 und 1.500 ATS [73 bis 110 Euro].

Zu den Spitzenverdienern [mehr als 110 Euro] zählen zwölf Prozent der Freelancer, während sich elf Prozent mit weniger als 36 Euro pro Stunde zufrieden geben müssen.

Jahreseinkommen

Diese Streuung spiegelt sich auch in den Jahreseinkommen wieder: 21 Prozent der Freelancer verfügen über ein Jahreseinkommen zwischen 500.000 [36.340 Euro] und einer Million ATS [72.670 Euro], 24 Prozent zwischen einer und 1,5 Millionen ATS [72.670 und 109.000 Euro]. 26 Prozent findet sich in der Stufe der Spitzeneinkommen über 1,5 Millionen ATS [109.000 Euro], 29 Prozent müssen sich mit weniger als 500.000 ATS [36.340 Euro] begnügen.

Aquise

Aufträge finden die Freelancer weitgehend in Eigenregie [54 Prozent] oder über Empfehlung eines anderen Freelancers [14 Prozent]. Diese dauern durchschnittlich ein bis drei Monate [33 Prozent] oder bis zu einem Jahr [33 Prozent].

Als Vorteile beim Freelancing wird empfunden, sich Kunden und Projekte selbst aussuchen zu können [27 Prozent], die abwechslungsreiche Tätigkeit und die Tatsache, sein eigener Chef zu sein [jeweils 23 Prozent].

Als größter Nachteil bei der Selbstständigkeit wird die Unsicherheit über zukünftige Einnahmen gesehen [39 Prozent].