Festnetz-Gebühren werden gesenkt

deutschland
14.04.2006

Die Deutsche Telekom darf künftig weniger Geld von Wettbewerbern verlangen, die die lokalen Telefonnetze des Branchenführers nutzen. Für die Verbraucher bedeutet das günstigere Tarife.

Die deutsche Bundesnetzagentur senkt ab Juni die so genannten Zusammenschaltungs-Entgelte im Telekommunikationsmarkt im Schnitt um zehn Prozent.

Die Verbraucher können dadurch nach Angaben der alternativen Telekoms mit niedrigeren Tarifen rechnen. Die Deutsche Telekom sprach am Donnerstag von einer skandalösen Entscheidung und erwägt rechtliche Schritte.

Deutsche T wollte Gebührenanhebung

Der ehemalige Staatsmonopolist erwartet nun nach eigenen Angaben in den kommenden drei Jahren einen Gewinnrückgang in Höhe von insgesamt 200 Millionen Euro.

Die Telekom hatte Anfang Februar bei der Netzagentur eine Erhöhung der Zusammenschaltungsgebühren auf lokaler Ebene beantragt.

Nach ihrem Willen sollten die Entgelte für die 474 lokalen Verbindungspunkte in der Hauptzeit je Minute auf 0,79 [bislang: 0,59] Cent und in der Nebenzeit auf 0,54 [0,4] Cent angehoben werden.

Senkung von rund zehn Prozent

Die Netzagentur folgte dem Antrag jedoch nicht, sondern senkte die Gebühren vielmehr auf 0,52 Cent beziehungsweise 0,36 Cent.

Die Entgelte zahlen müssen Telekommunikationsfirmen, deren eigenes Netz auf lokaler Ebene schwach ausgebaut ist und die deshalb auf das Netz der Telekom angewiesen sind. Die neuen Tarife gelten bis zum 30. November 2008.

Investitionen ermöglichen ==

Chef-Regulator Matthias Kurth bezeichnete die Gebührensenkung bei den Lokalverbindungen als angemessen. Sie sorge zudem für Anreize bei Investitionen in die Netzinfrastruktur.

Die Entscheidung schaffe Planungssicherheit für alle Marktteilnehmer und trage der Kostenentwicklung bei Telefonnetzen Rechnung, erklärte Kurth.

(dpa | Reuters)