Powerline sorgt weiter für Diskussionen
Die Diskussion über die durch das "Strom-Internet" der Linz AG verursachten Störungen im Kurzwellenfunkbereich zieht sich schon über Jahre - aktuell geht es um die Notfunkdienste von Rettung und Co.
Der Streit über Internet aus der Steckdose [Powerline, PLC] in Oberösterreich zieht sich nun schon über Jahre hinweg.
Während der Betreiber Linz AG darauf beharrt, dass sein Powerline-Netz keinerlei Störungen verursacht, belegt das Verkehrsministerium das angebliche Störpotenzial der Technologie mit entsprechenden Messprotokollen.
Ungeschirmte Stromleitungen
Mit PLC setzt die Linz AG eine Technologie für den Internetzugang ein, welche die ungeschirmten Stromleitungen und den Funkbereich der Kurzwelle nutzt.
Nach zahlreichen Messungen, Bescheiden und Einsprüchen wurde die Linz AG im November 2005 in einem Bescheid aufgefordert, die Störungen bis Dezember 2005 zu beseitigen.
Fokus auf Blaulichtorganisationen
Nun berichtet die Linz AG in einer Aussendung, dass Powerline die Notfunkdienste von Blaulichtorganisationen wie Rotem Kreuz, Polizei oder Feuerwehr nicht störe.
Dieser Aussage widerspricht aber das BMVIT und verweist auf die Messprotokolle von nachgewiesenen Störungen im Bereich von zwei bis 24 MHz.
Weiters argumentiert das BMVIT, dass die von der Linz AG angeführte Störungsfreiheit im VHF-Sprechfunkbereich [146 MHz bis 174 MHz] für die Störsituation im Kurzwellenfrequenzbereich nicht relevant sei. Das Störpotenzial von Powerline beeinträchtige weiters nicht nur Teilnehmer von Not-, Sicherheits- und Rettungsfunkdiensten sowie Amateurfunkstellen, sondern auch den Kurzwellen-Rundfunkempfang erheblich.
Verwaltungsgerichtshof lehnt Beschwerde ab
Im Jänner kündigte die Linz AG an, beim Verwaltungsgerichtshof Beschwerde einzulegen. Der Grund: ein Bescheid des Verkehrsministeriums, dass die Funkstörungen die ÖVE/Önorm-Grenzwerte im Normalbetrieb um ein Vielfaches überschreiten und daher abzustellen sind. Dieser entschied jedoch gegen die Linz AG.
EU-Projekt für Strom-Internet
Anfang 2004 startete mit Opera ["Open PLC European Research Alliance"] auch ein EU-Projekt zum Thema PLC. Hiermit will die Europäische Kommission Powerline als eine weitere Säule neben DSL- und Kabelzugängen etablieren.
Im Rahmen des Projektes, an dem sich auch die Linz AG beteiligt, wurden auch Spezifikationen entwickelt, mit deren Hilfe die Störungen im Kurzwellenbereich vermieden werden sollen. Diese kommen aber im Linzer Powerline-Netz nicht zum Einsatz.
(APA)
