Softwaretool "MAD" analysiert Abstürze
Eine neue Software der Abteilung für Grafische und Parallele Datenverarbeitung [GUP] der Universität Linz soll insbesondere Fehler, die trotz immer gleichen Programmablaufs nur hin und wieder auftreten, aufspüren.
Das Programm heisst "Monitoring And Debugging Environment" [MAD]. Besonderen Wert haben die Entwickler darauf gelegt, dass auch Fehler in Zusammenhang mit Nichtdeterminismus aufgespürt werden.
Bei diesen Fehlern führt ein Programm nach dem Zufallsprinzip unvorhersehbare Operationen durch, wobei es bei wiederholter Programmausführung trotz gleicher Eingaben zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann.
Wie die Wissenschafter betonen, stellt diese Eigenschaft an sich keinen Fehler dar, sondern ist oft sogar erwünscht. In manchen Fällen werden aber kritische Fehler durch den Nichtdeterminismus gleichsam verdeckt. Die Fehlersuche ist in solchen Fällen besonders schwierig, da das Verhalten eben nicht vorhersehbar ist, beobachtete Fehler können oft nicht reproduziert werden.
Abteilung für Grafische und Parallele DatenverarbeitungNASA interessiert
In einem ersten Schritt überwacht MAD laufende Programme und zeichnet im Hintergrund jene Stellen auf, die im Programmablauf als problematisch erkannt werden.
Durch dieses aufgezeichnete Protokoll sei es dann möglich, kritische Prozesse unter den genau exakten Bedingungen zu wiederholen, erklärten die Forscher. Weiters erlaube es MAD, Prozesse zu verändern und Programme zu veranlassen, statt der ursprünglichen möglicherweise kritischen Operation X die Operation Y auszuführen.
Dadurch werde es möglich, dass an sich nichtdeterminierbare Prozesse für die Benutzer von MAD kontrollierbar werden. Laut Uni Linz hat die US-Raumfahrtbehörde NASA bereits Interesse an der Linzer Software angemeldet.
